Eurozone-Inflation bleibt im Oktober negativ
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Preise in der Eurozone befinden sich im Oktober weiter im Sinkflug. Im jährlichen Vergleich gingen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zurück, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Meldung mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten ein solches Minus vorhergesagt. Auch im September waren die Preise um 0,3 Prozent gesunken.
Negative Inflationsraten sind in der Regel ein Alarmsignal für Währungshüter. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp 2 Prozent an, verfehlt dieses Ziel aber schon seit Jahren.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt jedoch versichert, es gebe kein Deflationsrisiko für den Euroraum. Deflation sei ein sich selbst verstärkender Prozess und habe nichts mit den derzeit zu beobachtenden Einmalfaktoren wie Mehrwertsteuersenkungen zu tun. "Die Inflation wird 2021 wieder in den positiven Bereich drehen", sagte Lagarde.
Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise ausspart, blieb im Oktober konstant auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Kernrate gilt unter Ökonomen als Richtgröße für den Inflationstrend. Diese ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak berechnete Kernrate verharrte bei 0,2 Prozent. Das entsprach der Prognose von Ökonomen.
Binnen Monatsfrist stiegen die Verbraucherpreise im Oktober in der Gesamtrate um 0,2 Prozent, in der Kernrate betrug die Steigerung 0,1 Prozent. Volkswirte hatten jeweils eine Rate von 0,1 Prozent prognostiziert.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/ros
(END) Dow Jones Newswires
October 30, 2020 06:00 ET (10:00 GMT)