Eurozone-Inflation bleibt im Oktober negativ
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Preise in der Eurozone befinden sich im Oktober weiter im Sinkflug. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent niedriger, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Sie bestätigte damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre erste Schätzung vom 30. Oktober. Auch im September waren die Preise um 0,3 Prozent gesunken.
Negative Inflationsraten sind in der Regel ein Alarmsignal für Währungshüter. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp 2 Prozent an, verfehlt dieses Ziel aber schon seit Jahren. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt jedoch versichert, es gebe kein Deflationsrisiko für den Euroraum.
Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise außen vor lässt, blieb im Oktober konstant auf einem niedrigen Niveau. Die Kernrate (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) verharrte bei 0,2 Prozent. Die Kernrate gilt unter Ökonomen als Richtgröße für den Inflationstrend.
Binnen Monatsfrist stiegen die Verbraucherpreise im Oktober in der Gesamtrate um 0,2 Prozent, in der Kernrate betrug die Steigerung 0,1 Prozent. Die vorläufigen Daten wurden damit - wie von Volkswirten erwartet - bestätigt.
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November 18, 2020 05:00 ET (10:00 GMT)