Experte: Flughäfen Dresden und Leipzig stabilisiert, aber große Hürden bleiben


LEIPZIG/HALLE/DRESDEN (dpa-AFX) - Die wirtschaftliche Stabilisierung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ist nach Einschätzung des Luftverkehrsexperten Hartmut Fricke noch kein Grund zur Entwarnung. Die vorfristige Erfüllung wichtiger Sanierungsziele sei zwar "außerordentlich begrüßenswert gerade in diesen Zeiten", sagte der Wissenschaftler von der Technischen Universität Dresden. Die Rahmenbedingungen für die Luftverkehrswirtschaft würden jedoch "zumindest bis 2030 nicht wirklich einfacher".

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Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) hatte zuletzt erklärt, wesentliche wirtschaftliche Ziele früher erreicht zu haben als ursprünglich geplant. Ob die Restrukturierungsphase tatsächlich vorzeitig beendet werden kann, entscheiden nach Unternehmensangaben der Sanierungsberater KPMG und die finanzierenden Banken. Die Flughafengruppe befinde sich wirtschaftlich auf einem deutlich stabilisierten Kurs.

Luftverkehr bleibt unter Druck

Gleichzeitig verwies Fricke auf die anhaltenden Herausforderungen für die Branche. Fliegen sei in Deutschland deutlich teurer geworden. Zudem hätten viele Fluggesellschaften ihr Angebot an Regionalflughäfen reduziert.

Hoffnung auf neue Flugzeugtechnologien

Dennoch sieht der Luftverkehrsexperte Perspektiven für Standorte wie Leipzig/Halle und Dresden. "Hybrid-elektrische sowie SAF tankende Luftfahrzeuge könnten die Kurzstrecke wiederbeleben", sagte er. Sachsen solle entsprechende Entwicklungen gezielt unterstützen. SAF steht für sogenannte Sustainable Aviation Fuels. Diese alternativen Flugkraftstoffe können in der Gesamtbilanz ab Herstellung deutlich weniger CO2 verursachen als herkömmliches Kerosin.

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Zu diesen Hoffnungen passt aus Sicht Frickes auch die Ansiedlung des Flugzeugherstellers Deutsche Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle. Dort entsteht derzeit ein Werk für die D328eco, ein Regionalflugzeug mit rund 40 Sitzplätzen.

Politik hält an beiden Flughäfen fest

An der grundsätzlichen Ausrichtung der Flughäfen hält die Politik fest. Zwar hatte die scheidende Aufsichtsratsvorsitzende der MFAG, Hiltrud Werner, den Betrieb zweier Flughäfen in Sachsen zuletzt als betriebswirtschaftlich schwierig bezeichnet. Der Freistaat sieht beide Standorte dennoch als unverzichtbar an.

"Bei rein betriebswirtschaftlicher Betrachtung ist der parallele Betrieb beider Flughäfen zweifellos anspruchsvoll. Doch volkswirtschaftlich betrachtet ergibt sich ein ganz anderes Bild", erklärte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU). Nach Angaben des Finanzministeriums sichern die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden zusammen mehr als 52.000 Arbeitsplätze und stehen für eine Bruttowertschöpfung von fast fünf Milliarden Euro.

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DHL bleibt wichtiger Stabilitätsfaktor

Ein wichtiger Stabilitätsfaktor bleibt nach Angaben der MFAG das DHL-Drehkreuz in Leipzig/Halle. DHL sei ein "zentraler strategischer Partner und ein wesentlicher Stabilitätsfaktor für den Standort Leipzig/Halle", erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig wolle die Flughafengruppe ihre wirtschaftliche Basis verbreitern und zusätzliche Potenziale im Passagier- und Frachtverkehr sowie bei Dienstleistungen und Ansiedlungen erschließen./djj/DP/zb

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