Dell-Aktie hängt Micron und AMD ab: Warum Analysten ihre Kursziele weiter erhöhen
Während die Aktien von Micron und AMD im Jahresverlauf hinterherhinken, sammeln sich bei Dell reihenweise höhere Kursziele von Wall Street-Häusern.
Werte in diesem Artikel
- Wall Street-Häuser überbieten sich mit angehobenen Kurszielen für Dell
- Server-Boom durch KI-Nachfrage treibt das Geschäft der Infrastruktursparte
- Nächster Quartalsbericht rückt als Prüfstein für die Rekordlaufserie näher
Die Aktie von Dell Technologies hat im laufenden Jahr die Kursverläufe von Micron Technology und AMD deutlich hinter sich gelassen. So zog die Dell-Aktie seit Jahresbeginn um beeindruckende 248 Prozent an, während Micron und AMD mit 228 bzw. 118 Prozent hinterherhinken. Der Mizuho-Analyst Jordan Klein bezeichnete dies laut MarketWatch als "irrsinnige" Outperformance und schrieb, die Aktie sei um mehr gestiegen als "im Grunde fast jeder andere Large-Cap-Technologiewert". Mehrere Analysehäuser reagierten darauf mit spürbar angehobenen Kurszielen, was die Erwartungen an den kommenden Quartalsbericht zusätzlich schärft.
Dell-Aktie: Kursziele klettern reihenweise nach oben
Evercore ISI erhöhte das Kursziel am Mittwoch von 500 auf 550 US-Dollar und bestätigte die Einstufung Buy. Tags zuvor hatte Susquehanna ein Kursziel von 700 US-Dollar bei ebenfalls Buy ausgegeben, das oberste Ende der aktuellen Kurszielspanne von 360 bis 700 US-Dollar. Wells Fargo hatte bereits Mitte August sein Ziel auf 545 US-Dollar angehoben. Eine Gegenposition kam von Morgan Stanley: Das Haus senkte sein Kursziel von 477 auf 430 US-Dollar und stufte die Aktie auf Hold zurück. Über alle TipRanks-Einschätzungen hinweg liegt der Analystenkonsens bei Buy, gestützt von 14 Buy- und 6 Hold-Einstufungen unter 20 Analysten, das mittlere Kursziel beträgt 496,50 US-Dollar - ein Aufwärtspotenzial von 13,47 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 437,55 US-Dollar.
Auch Mizuho Securities gehörte im Jahresverlauf zu den optimistischen Stimmen und hatte der Aktie am 25. Juli eine Buy-Einstufung mit einem Kursziel von 500 US-Dollar zugewiesen, nachdem das Haus sein Ziel laut Benzinga zuvor von 435 auf 500 US-Dollar angehoben hatte.
KI-Server als Wachstumsmotor
Dell Technologies, ein Technologiekonzern mit Sitz in Round Rock, Texas, der Laptops, Computer, Netzwerktechnik, Server und Datenspeicherlösungen entwickelt und vertreibt, gliedert sein Geschäft in die Infrastructure Solutions Group und die Client Solutions Group. Zum ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 meldete das Unternehmen am 29. Mai einen Umsatz von 43,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,86 US-Dollar und übertraf den Analystenkonsens von 2,88 US-Dollar deutlich. Für das zweite Quartal stellte Dell einen Umsatz zwischen 44 und 45 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Barchart führt die Nachfrage nach KI-Servern als zentralen Treiber dieser Entwicklung an. Im Vergleich zum AI-Server-Konkurrenten Super Micro Computer verweist Barchart auf einen strukturellen Unterschied: Während Dell sein Wachstum aus dem eigenen Cashflow finanziere, habe Super Micro rund 7 Milliarden US-Dollar über Eigenkapital- und eigenkapitalähnliche Finanzierungen aufnehmen müssen. Barchart ordnet dies zusätzlich in den Kontext von Governance-Bedenken und einer Exportkontroll-Überprüfung bei Super Micro ein, die Dell nicht betreffen.
Blick auf den nächsten Quartalsbericht
Für den kommenden Quartalsbericht rechnen Analysten laut Benzinga mit einem Umsatzsprung von 49 Prozent auf 44,2 Milliarden US-Dollar, der Jahresumsatz wird auf rund 171 Milliarden US-Dollar taxiert, gefolgt von 193 Milliarden US-Dollar im Folgejahr. Gestützt werden diese Erwartungen auch von starken Geschäftszahlen der Wettbewerber Lenovo und Super Micro im Servermarkt, wie Benzinga berichtet.
Die nächste Bewährungsprobe für die Rekordserie der Dell-Aktie folgt mit den Quartalszahlen, die für den 3. September angesetzt sind. Ob die zuletzt angehobenen Kursziele Bestand haben, dürfte sich daran entscheiden, wie belastbar das gemeldete Servergeschäft die hohen Erwartungen der Analysten erfüllt.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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