EZB/Lagarde: Solide Verankerung Inflationserwartungen ist ermutigend


Von Hans Bentzien

FRANKFURT Dow Jones)--Die Entwicklung der langfristigen Inflationserwartungen spricht nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde dafür, dass die aktuell hohen Inflationsraten im Euroraum nicht von Dauer sein werden. Lagarde sagte bei der Vorstellung des Jahresberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) für 2020 im Europarlament: "Umfragebasierte Messgrößen deuten darauf hin, dass die Inflation bis 2023 auf 2 Prozent zurückkehren und danach in der Nähe dieses Niveaus bleiben wird", sagte sie.

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Marktbasierte Indikatoren stabilisierten sich auf einem Niveau von etwas unter 2 Prozent. "Die solide Verankerung der langfristigen Inflationserwartungen im Euroraum (...) ist eine beruhigende Entwicklung nach einer langen Zeit, in der sie gedämpft waren", sagte sie. Für den Inflationsausblick sei von Bedeutung, dass die Gesamtnachfrage im Euroraum keine solchen Anzeichen von Überhitzung zeigten wie die in den USA.

Die Verbraucherpreise im Euroraum waren im Januar mit einer Jahresrate von 5,1 (Dezember: 5,0) Prozent gestiegen. Entgegen den Erwartungen - auch denen der EZB - schwächte sich der Inflationsdruck nicht ab. "Wir sind uns sehr bewusst, dass viele Menschen im Euroraum derzeit über die steigenden Lebenshaltungskosten besorgt sind", sagte Lagarde. Die Last werde in erster Linie von denjenigen getragen, die über ein geringeres Einkommen verfügten.

Der EZB-Rat hatte Anfang des Monats seinen Beschluss von Dezember bestätigt, demzufolge die Nettokäufe unter dem Pandemiekaufprogramm PEPP Ende März auslaufen sollen. Für das APP-Programm wurde zugleich eine vorübergehende Aufstockung beschlossen und kein Endtermin genannt. Viele Analysten gehen davon aus, dass die EZB im März ein rascheres Ende der APP-Nettokäufe auf den Weg bringen wird, was den Weg für eine erste Zinserhöhung in diesem Jahr freimachen würde.

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Lagarde sagte: "Unser Ziel ist eine Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht. Um dies zu erreichen, werden wir zum richtigen Zeitpunkt Maßnahmen ergreifen."

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2022 12:05 ET (17:05 GMT)

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