Fed: Bullard sieht mögliche zweite Coronavirus-Welle eher gelassen
Von Michael S. Derby
NEW YORK (Dow Jones)--James Bullard, Präsident der Federal Reserve von St. Louis, sorgt sich im Gegensatz zu seinen Zentralbank-Kollegen nicht über eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie, welche die US-Wirtschaft dann abermals in die Knie zwingen würde. Wenn es um den Umgang mit den Risiken rund um die Pandemie geht, "ist schon so viel darüber gesagt worden, dass ich denke, sobald etwas auftaucht, werden wir als Gesellschaft alles daran setzen (...) um es unter Kontrolle zu halten", sagte Bullard, der in diesem Jahr nicht stimmberechtigt im Offenmarktausschuss der Fed ist, am Mittwoch auf einer virtuellen Veranstaltung der Missouri Growth Association.
Er erklärte weiter, er sei "relativ optimistisch", was das Szenario der zweiten Welle angeht, denn ich denke, wir sind in dieser Hinsicht nicht naiv". Bullard sprach kurz bevor die Fed ihr Protokoll der Ratssitzung vom 28. und 29. April veröffentlichte. Bei der Sitzung im April hatte die Fed ihren Leitzins bei 0,00 bis 0,25 Prozent belassen. Zugleich zeigte sie sich zu aggressiven Schritten bereit, um eine Erholung der US-Wirtschaft nach den tiefen Einschnitten durch die Pandemie zu unterstützen.
Im ersten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 4,8 Prozent geschrumpft. Das ganze Ausmaß der Misere dürfte sich allerdings erst im zweiten Quartal zeigen: Ökonomen befürchten dann einen annualisierten BIP-Rückgang von über 25 Prozent.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/DJN/cbr/gos
(END) Dow Jones Newswires
May 21, 2020 02:11 ET (06:11 GMT)