G20 sollen Corona-Hilfen nicht zu früh zurücknehmen - Regierungskreise


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen bei einer Videotagung am Freitag nach Angaben aus dem Bundesfinanzministerium die Arbeiten an Antworten auf die Coronavirus-Pandemie ins Zentrum rücken. "Es ist erkennbar, dass das Jahr 2020 überall sehr schwierig war wegen der Pandemie", sagte ein hochrangiger Beamter aus dem Ministerium. Er warnte ausdrücklich vor einer zu schnellen Rücknahme der Hilfsmaßnahmen.

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Eine für Anfang 2021 erwartete Erholung müsse man angesichts der Mutationen "ein bisschen auf der Zeitachse nach hinten verschieben". Deshalb seien die Stabilisierungsmaßnahmen auch aufrecht zu erhalten. "Mittelfristig wird es natürlich darum gehen, wie diese Unterstützung dann behutsam zurückgefahren werden kann, aber ohne die Erholung zu gefährden", betonte er. "Klar ist für uns, dass die Unterstützungsmaßnahmen nicht zu früh oder zu schnell zurückgefahren werden dürfen", hob er aber hervor. Das habe Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auch bei den jüngsten Beratungen der sieben führenden Industriestaaten (G7) "noch einmal sehr deutlich gemacht".

Thema soll laut den Angaben auch eine "faire Impfstoffverteilung in der ganzen Welt" sein. Die G20 müssten dafür sorgen, "dass sowohl Impfstoffproduktion als auch Verteilung massiv hochgefahren werden können". Auch müssten die Länder weiter finanz- und wirtschaftspolitisch agieren können. "Dazu ist es notwendig, dass die weniger entwickelten Länder ausreichend Liquidität haben." Deshalb solle es eine Neuallokation von Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds geben. Dass die neue US-Finanzministerin Janet Yellen sich dafür in einem Schreiben an die übrigen G20-Länder offen gezeigt habe, nannte der Beamte "ein sehr gutes Signal".

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/cbr

(END) Dow Jones Newswires

February 25, 2021 11:17 ET (16:17 GMT)

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