GDV: Versicherer haben 5 Milliarden des Flutschadens ausgezahlt


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben die deutschen Versicherer nach Angaben ihres Branchenverbandes knapp drei Viertel aller Versicherungsfälle abgeschlossen. "Für die Schadenregulierung ziehen wir insgesamt eine positive Bilanz, doch jetzt hängt die Regulierung am Tempo des Wiederaufbaus", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Die Versicherer hätten 5 Milliarden der 8,5 Milliarden Euro Gesamtschaden ausgezahlt.

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In den noch offenen Fällen hätten Versicherte vielfach große Teile des Schadens bereits ersetzt bekommen. Insgesamt verzeichneten die Versicherer laut GDV 213.000 Schadenfälle, davon 40.000 beschädigte Kfz, 54.000 Versicherungsfälle in der Hausratversicherung, 91.000 beschädigte Wohngebäude und 28.000 Firmen, die durch die starken Regenfälle ab dem 14. Juli Sachschäden und Betriebsunterbrechungen gemeldet hätten. In den Katastrophengebieten mussten über 2.000 Einfamilienhäuser mit versicherten Schäden jenseits der 100.000 Euro wieder in Stand gesetzt werden.

Im Kreis Ahrweiler lag der Durchschnittsschaden bei 210.000 Euro pro Wohngebäude. Das sei der höchste jemals gemessene Schadendurchschnitt bei Wohngebäuden. Im Kreis Euskirchen war laut GDV jedes vierte Haus beschädigt. "Die Hochwasserkatastrophe hat für besonders viele, besonders teure und besonders komplexe Schäden gesorgt", sagte die Vorsitzende des GDV-Ausschusses Privatkunden, Sabine Krummenerl. In jedem vierten Versicherungsfall dauerten Wiederaufbau und Instandsetzung noch an. "Es fehlt häufig Material, es fehlen noch immer Handwerker", sagte Krummenerl.

Als Konsequenz der Hochwasserkatastrophe forderten die Versicherer größere Anstrengungen zur Schadenvermeidung. "Eine Pflichtversicherung allein verhindert keinen Schaden. Wenn wir Prävention und Klimafolgenanpassung vernachlässigen, wird der Klimawandel eine Spirale aus steigenden Schäden und steigenden Prämien in Gang setzen", warnte Asmussen. Ein Gesamtkonzept der Versicherer sehe neben einer Ergänzung aller Gebäudeversicherungsverträge mit einer Elementarschadenversicherung Neubauverbote in hochwassergefährdeten Lagen, bessere bauliche Anpassungen und weniger Versiegelung vor.

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