Gesundheitshilfsmittel-Branche erleidet Umsatzverluste
BERLIN (Dow Jones)--Anbieter medizinischer Hilfsmittel sorgen sich vor coronabedingten Geschäftsausfällen und neuer Bürokratie. Fast 70 Prozent der Betriebe klagen über Umsatzverluste durch die Pandemie, wie eine gemeinsame Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), der Verbundgruppe rehaVital und deren Mitgliedsunternehmen ergab. Zugleich verwendet die Hälfte der Betriebe rund ein Drittel ihrer Zeit für Bürokratiepflichten. Zur Hilfsmittelbranche gehören Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen, die Patienten mit individuellen Prothesen, Sauerstoffgeräten oder Inkontinenzprodukten versorgen.
Die Bürokratiepflichten könnten laut der Verbundgruppe rehaVital durch die neuen Vorgaben der europäischen Medizinprodukteverordnung noch weiter steigen. Demnach gelten ab Mai 2021 höhere Anforderungen an die Dokumentation und Bewertung für bestimmte Produkte. "Wichtig ist nun eine praxisgerechte Auslegung der neuen Vorgaben", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Rund 65 Prozent der Betriebe würden dies für sehr oder äußerst wichtig halten.
Die geplante Einführung des E-Rezepts bietet laut der Umfrage eine große Chance, auch wenn die Mehrheit der Betriebe sich hierdurch allein noch keinen Durchbruch beim Bürokratieabbau verspricht. Dazu müssten alle Schritte innerhalb des Versorgungsprozesses - vom Auftrag bis zur Abrechnung - auch tatsächlich digital durchführbar sein. Mehr als 75 Prozent der Unternehmen plädieren für vollständig digitalisierte Prozesse. "Zudem wäre eine bundesweite Vereinheitlichung der Dokumentationspflichten bei den Krankenkassen ein Schritt in die richtige Richtung", so Dercks. Neben der hohen Bürokratiebelastung ist für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen auch der Fachkräftemangel weiterhin eine große Herausforderung.
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October 12, 2020 05:53 ET (09:53 GMT)