Raumfahrtkonzern OHB erhält Auftrag für 18 Satellitenplattformen - Aktie kräftig im Plus
Der Raumfahrtkonzern OHB hat einen Auftrag für das europäische Satellitenkommunikationssystem IRIS bekommen.
Werte in diesem Artikel
Der Konzern habe mit dem europäischen Satellitenbetreiber SES Global einen Vertrag im Wert von rund einer Milliarde Euro über die Entwicklung und den Bau von 18 Satellitenplattformen unterzeichnet, teilte das SDAX-Unternehmen am Montag in Bremen mit.
IRIS ist laut Mitteilung die europäische Antwort auf den wachsenden Bedarf an sicherer und souveräner Satellitenkommunikation. Das System soll aus einer Konstellation von 348 Satelliten bestehen, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen fliegen. Mit IRIS verfolgt die EU das Ziel, ihre Souveränität im Bereich sicherer Satellitenkommunikation nachhaltig auszubauen.
OHB dank Großauftrag weiter stabilisiert
Ein Großauftrag hat dem Raumfahrtkonzern OHB am Montag einen Kurssprung von bis zu knapp zehn Prozent auf 208 Euro beschert. Zuletzt lag das Papier via XETRA mit 7,07 Prozent im Plus bei 203,00 Euro. Damit setzten die seit Kurzem im SDAX notierten Aktien ihren jüngsten Stabilisierungskurs fort, nachdem sie vergangene Woche mit 185,80 Euro auf den tiefsten Stand seit Ende Januar gesackt waren.
In den vergangenen Wochen nahmen etliche Analysten die Beobachtung der OHB-Aktie auf - fast durchweg mit Kaufempfehlungen und Kurszielen deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau. Sie reichen von 250 Euro bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, die trotzdem nur ein neutrales Votum ausspricht, bis 360 Euro bei der Privatbank Rothschild. Das durchschnittliche Kursziel der neun von Bloomberg erfassten Experten liegt bei etwas mehr als 300 Dollar.
Mitte August hatte OHB den vom US-Konzern Worthington Steel übernommenen Stahlhändler Klöckner & Co. im deutschen Nebenwerte-Index SDAX ersetzt. OHB wird derzeit mit rund 4,3 Milliarden Euro bewertet. Rund 60 Prozent der Anteile liegen in den Händen der Gründerfamilie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR ist ebenfalls beteiligt. Dieser hatte im Juni einige Anteile abgegeben. Zudem erhöhte OHB durch die Ausgabe neuer Aktien das Kapital und nahm damit knapp 500 Millionen Euro ein. Außerdem stieg dadurch der Streubesitz. Dies ermöglichte die Aufnahme in den SDAX.
Iris-Projekt soll mit Starlink von SpaceX konkurrieren
Das Iris²-Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen. Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.
"Iris²" ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem "Galileo" und dem Erdbeobachtungsprogramm "Copernicus". Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar.
/err/stk
BREMEN (dpa-AFX)
Ausgewählte Hebelprodukte auf OHB
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf OHB
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, OHB System AG