Habeck erwartet wegen hoher Energiekosten neue Armut in Deutschland
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erwartet, dass es in Deutschland aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise zu einer neuen Armut kommen wird. Er bedankte sich bei allen, die bereits verstärkt nach Möglichkeiten zum Energiesparen suchten. Er wolle die Bevölkerung nicht bevormunden, sondern praktische Tipps zum Energiesparen geben.
"Für viele Menschen muss das manchmal wie ein Hohn klingen, wenn ein Politiker sagt, ich fordere Euch auf, Energie zu sparen, wenn die Energiepreise schon so hoch sind, dass einige Leute schon geknebelt sind darunter", sagte Habeck auf einer Presskonferenz. "Wir erleben ja neue Armut in Deutschland durch die hohen Energiepreise, oder wir werden es erleben. Insofern gibt es einen Teil in der Bevölkerung, die nun wahrhaft keine Appelle brauchen, hier vom Podest der Bundespressekonferenz".
Denn diese Menschen müssten bereits jeden Cent umdrehen. Dennoch könnte es Energieeinspartipps geben für diejenigen, die sich die hohen Energiekosten leisten könnten wie auch für diejenigen, die schon jetzt in Bedrängnis seien. Manche Dinge habe man vielleicht noch nicht auf dem Zettel. So hätten etwa langes Duschen oder schlecht isolierte Fenster ohne das Vorziehen von Gardinen Effekte auf den Energieverbrauch.
Der Staatssekretär im Bundeswirtschafts- und Klimaministerium, Patrick Graichen, erklärte, dass die Strompreise wohl dauerhaft nicht nach unten gehen würden. Er verwies auf den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Debatten um russische Energielieferungen und Importstopps. Der Ausbau der erneuerbaren Energien werde daher auch finanziell attraktiver, wie Graichen erklärte.
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April 06, 2022 10:49 ET (14:49 GMT)