Habeck und Umweltbundesamt machen Vorschläge zum Energiesparen


BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsministerium und Umweltbundesamt haben angesichts explodierter Strom-, Gas und Spritpreise konkrete Vorschläge zum Energiesparen vorgestellt. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck weitete das Beratungsangebot zu Stromspar-Hilfen für Geringverdiener aus. Das Umweltbundesamt riet Autofahrern zu geringerer Geschwindigkeit auf Autobahnen, niedertourigem Fahren und zum empfohlenen Reifendruck.

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Das Umweltbundesamt wies darauf hin, dass Höchstgeschwindigkeiten übermäßig viel Sprit benötigen. Man verbrauche 15 Prozent weniger Sprit, wenn man seine Geschwindigkeit auf der Autobahn von 120 auf 100 reduziere. Außerdem sollte man nach dem Anfahren möglichst schnell schalten und niedertourig, vorausschauend und angemessen fahren.

Weiterhin sollte man einen zur Jahreszeit passenden Reifen wählen und regelmäßig den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck prüfen. Ein um 0,5 bar zu niedriger Reifendruck erhöhe den Kraftstoffverbrauch um rund 5 Prozent mit entsprechenden Mehrkosten.

Das Umweltbundesamt forderte zudem, dass man Extras wie Klimaanlage und Heckscheibenheizung nur dann nutzen sollte, wenn man diese wirklich brauche. Eine Klimaanlage könne den Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr um etwa 10 bis 30 Prozent und damit schon bei einem Kleinwagen um bis zu 2 Liter pro 100 Kilometer erhöhen. Eine beheizte Heckscheibe erhöhe ihn um 4 bis 7 Prozent. Außerdem sollte man Kurzstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, da ein Mittelklassewagen direkt nach dem Start hochgerechnet bis zu 30 Liter auf 100 Kilometer verbrauche.

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Energieeinsparung von 20 Prozent in Haushalten

Das Wirtschaftsministerium erweitert die Energiesparberatung "Stromspar-Check" mit neuen, temporären mobilen Beratungsstellen, die das Angebot in den kommenden Monaten in bestimmten Regionen möglichst erweitert sollen. Dabei sollen geschulte "Stromspar-Teams" in 150 Städten und Landkreisen Menschen in ihren Wohnungen zum Energie- und Wassersparen, Heizen und Lüften beraten.

Das Hilfsangebot sei vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen gedacht, wie Arbeitslosengeld-II-Empfänger, Geringverdienende und Menschen mit kleinen Renten. Es umfasst eine direkte Beratung zu möglichen Energie-Einsparmöglichkeiten im eigenen Zuhause sowie Gratis-Soforthilfen, wie LED, sowie finanzielle Zuschüsse. Mit den Gratis-Soforthilfen wie beispielsweise LEDs, schaltbare Steckerleisten, wassersparende Duschköpfe oder Zeitschaltuhren könnte ein Haushalt im Durchschnitt 200 Euro im Jahr einsparen.

"Die steigenden Kosten für Strom und Gas treffen Arbeitslose, Geringverdienende und ältere Menschen mit kleiner Rente besonders hart. Sie mussten schon vor der Energiepreiskrise rund zehn Prozent ihres Einkommens für Energiekosten aufwenden", erklärte Habeck. Nun sei schnelle und nachhaltige Hilfe umso wichtiger.

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Seit 2008 hätten über eine Millionen Menschen das Angebot des Stromspar-Checks in Anspruch genommen. Dahinter stünden rund 390.000 Haushalte, die insgesamt 640.000 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß eingespart haben. Der durchschnittliche Haushalt spart jährlich bis zu 20 Prozent seiner Energiekosten und 420 Kilogramm Kohlendioxid. Auch die öffentliche Hand profitiere, denn nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hätten Bund und Kommunen durch reduzierte Transferleistungen für Heizenergie und Warmwasser bisher 121 Millionen Euro gespart.

Getragen wird das Projekt vom Deutschen Caritasverband (DCV) und Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD).

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/jhe

(END) Dow Jones Newswires

April 01, 2022 08:11 ET (12:11 GMT)

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