Habeck: Versorgungssicherheit Ostdeutschlands Problem für Ölembargo
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht in Ostdeutschland ein Problem für ein baldiges Importembargo gegen russisches Erdöl. In Westdeutschland sei die Situation einfacher, aber für die Versorgungssicherheit in Ostdeutschland sei aktuell auch eine Erdölraffinerie in russischem Besitz notwendig, die kein Interesse an der Umstellung ihrer Lieferverträge für Erdöl aus anderen Ländern hat. Hier müsse man für Ausgleich sorgen. "Wir haben aber ein lokales Problem in Ostdeutschland. Und Ostdeutschland ist eben auch beispielsweise Berlin", erklärte Habeck.
Die Erdölraffinerie in Leuna sei "energisch" dabei, sich von russischen Importen unabhängig zu machen. "Die Verträge sind in großen Teilen schon umgestellt. Und insofern ist da, was die Leuna Raffinerie angeht, die Versorgungssicherheit schnell zu gewährleisten", so Habeck. Bei der PCK Raffinerie in Schwedt gebe es aber das Problem, dass es dem russischen Mineralölunternehmen Rosneft gehört. "Rosnefts Geschäftsmodell ist eben, nicht sich unabhängig zu machen von russischem Öl, sondern genau das zu nehmen", so Habeck. "Um mit einem kontrollierbaren Risiko diesen Schritt (des Ölembargos) zu gehen, müssen wir die Versorgungssicherheit, die im Moment Schwedt abdeckt, ebenfalls abdecken können. Daran wird aber intensiv gearbeitet."
PCK stellt nach eigener Aussage 90 Prozent der Versorgung mit Benzin, Kerosin, Diesel und Heizöl in Berlin und Brandenburg sicher.
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April 08, 2022 09:11 ET (13:11 GMT)