HDE: Drei Viertel der Bekleidungshändler in Existenzgefahr
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Der Lockdown für den Nicht-Lebensmittelhandel sorgt bei vielen Händlern laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) für Existenzängste. Insbesondere im Bekleidungshandel seien die Sorgen groß. Hier sehen sich laut der aktuellen HDE-Trendumfrage unter knapp 600 Unternehmen knapp drei Viertel der Händler in Existenzgefahr. Insgesamt sind 75 Prozent der befragten Handelsunternehmen demnach mit dem bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts unzufrieden. Der HDE forderte erneut eine Überarbeitung der staatlichen Hilfen für die Branche.
"Die vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen verlieren einen großen Teil der normalerweise umsatzstärksten Zeit des Jahres. Das können die Händler nicht mehr alleine auffangen", betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE rechne damit, dass der Lockdown-Handel in diesem Jahr insgesamt voraussichtlich Umsatzeinbußen von 36 Milliarden Euro erleiden werde. In der Woche vor dem vierten Advent hätten die Innenstadthändler laut HDE-Umfrage 56 Prozent ihres Vorjahresumsatzes verloren. "Insbesondere im Modehandel stehen viele Betriebe kurz vor der Insolvenz", erklärte Genth.
Der HDE forderte deshalb eine Gleichbehandlung des Handels mit der Gastronomie beim Umsatzausgleich für den Dezember. Bei den Überbrückungshilfen ab dem kommenden Jahr monierte der Verband noch zahlreiche Details, wie beispielsweise die monatliche Obergrenze für Hilfszahlungen und zu hohe Beantragungshürden.
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December 21, 2020 05:19 ET (10:19 GMT)