HDE-Konsumbarometer beendet monatelangen Sinkflug


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Nachdem sich die Verbraucherstimmung in Deutschland sechs Monate in Folge verschlechtert hat, trübt sie sich im Juni nach Berechnungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) nicht weiter ein. Wie der Verband mitteilte, legt das aktuelle HDE-Konsumbarometer im Juni im Vergleich zum Vormonat geringfügig zu und verlässt sein Allzeittief. Allerdings bleibe es mit 89,61 Punkten im Mehrjahresvergleich auf niedrigem Niveau. Mit einer Aufhellung der Verbraucherstimmung sei in den kommenden drei Monaten daher nicht zu rechnen. Im Mai hatte der Index bei 88,74, im April bei 89,56 und im März bei 94,50 Zählern gelegen.

Werbung

Anschaffungen gegenüber seien Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin verhalten eingestellt. Die Anschaffungsneigung gehe erneut zurück und erreiche wie bereits in den vergangenen Monaten ein neues Allzeittief. Die Sparneigung bleibe hingegen nahezu unverändert. Angesichts zuletzt durchgängig gestiegener Verbraucherpreise herrsche unter Verbrauchern somit Konsumzurückhaltung. Mittelfristig erwarten sie den Angaben zufolge zwar etwas geringere Preissteigerungen, doch erst nach einer Trendumkehr bei der Entwicklung der Preise und einer Verbesserung der konjunkturellen Situation seien Impulse für den privaten Konsum zu erwarten.

Auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung blicken Verbraucherinnen und Verbraucher laut HDE mit mehr Optimismus als in den Vormonaten. Doch obwohl die Konjunkturerwartungen stiegen, lägen sie im Vorjahresvergleich auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher fielen nur geringfügig besser aus als im Vormonat. "Anzeichen für eine Konsumdynamik in den kommenden drei Monaten bestehen trotz des optimistischeren Verbraucherblicks auf Konjunktur und Einkommen nicht", so der Verband.

Die anhaltende Coronavirus-Pandemie und der Ukraine-Krieg hätten die Entwicklung der Verbraucherstimmung in den vergangenen Monaten beeinflusst. Es sei daher nicht zu erwarten, dass sich die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher in der nächsten Zeit aufhelle. Eine unmittelbare Betroffenheit des Einzelhandels ergebe sich insbesondere durch die auf ein neues Allzeittief gefallene Anschaffungsneigung, die den privaten Konsum in den bevorstehenden drei Monaten voraussichtlich erheblich dämpfen werde.

Werbung

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

June 07, 2022 02:38 ET (06:38 GMT)

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.