Erholung im Chip-Sektor: KI-Investitionen laut Experten robust - Aktien von Micron, AIXTRON & Co. im Aufwind
Aktien aus der Halbleiterbranche haben am Dienstag an den Börsen zu den Gewinnern gezählt und sich von ihrer jüngsten Kursschwäche etwas erholt.
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Vor der Quartalsbilanz des Trendsetters NVIDIA am Mittwochabend verbuchten die Papiere von AIXTRON, SUSS MicroTec, Infineon und JENOPTIK kräftige Kursgewinne.
Deutsche Halbleiteraktien erholen sich
Am Vortag waren Halbleiter-Titel weltweit noch unter Druck geraten, inzwischen sind die düsteren Wolken über der Chip-Branche aber verschwunden. So legten die Aktien von Infineon via XETRA letztlich um 1,27 Prozent auf 54,85 Euro zu und gehören damit zu den stärksten Titel im DAX. Auch Halbleiter-Werte aus der zweiten Reihe profitierten. AIXTRON-Anteilsscheine zogen um 1,31 Prozent auf 37,23 Euro an, SUSS MicroTec-Papiere gewannen nach ihrem Rutsch am Vortag 1,45 Prozent auf 70,05 Euro. Für die Aktien von JENOPTIK stand ein Plus von 1,52 Prozent auf 38,80 Euro an der Kurstafel.
Aktien von Micron, AMD & Co. ebenso im Aufwind
Auch die US-amerikanischen Chip-Riesen scheinen sich am Dienstag von den Vortagesverlusten zu erholen. So geht es im US-Handel an der NASDAQ für die Aktien von Marvell Technology zeitweise um 5,7 Prozent auf 242,36 US-Dollar aufwärts. Micron gewinnt 1,39 Prozent auf 923,06 US-Dollar. Auch AMD und SanDisk legen zeitweise um 5,23 Prozent auf 480,64 US-Dollar zu bzw. sinken um 0,73 Prozent auf 1.482,24 US-Dollar.
Halbleiter-Index mit starkem Jahr
Für den Branchenindex Philadelphia Semiconductor Index (SOX) ging es in diesem Jahr um mehr als 60 Prozent nach oben. In der Spitze waren es im Juni sogar mehr als 100 Prozent. Im Juli hatten Investoren bei den großen US-Halbleiteraktien verstärkt Kursgewinne mitgenommen. Grund waren Bedenken, ob sich die immensen Investitionen in KI letzten Endes auch in Gewinne für die Unternehmen ummünzen lassen.
UBS: KI-Investitionen bleiben robust
Hauptantriebsfeder für die Rally ist die Halbleiternachfrage im Zusammenhang mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. "In unserem Basisszenario dürften die Investitionen für KI robust bleiben", schrieb Chefanleger Mark Haefele von der Bank UBS. Zwar dürften die Wachstumsraten nachlassen; die großen Tech-Konzerne dürften aber weiterhin in Datenzentren, technologische Infrastruktur und KI-Anwendungen investieren.
Auf der Basis der jüngsten Prognosen der Tech-Unternehmen berechnet Haefele das Investitionsvolumen im kommenden Jahr auf 1,2 Billionen US-Dollar. Das wäre ein Drittel mehr als im laufenden Jahr. "Wir erwarten außerdem mehr Belege für eine Monetarisierung, die helfen würde, die Investitionen zu rechtfertigen", so der Chefanleger.
Aber es gebe auch Risiken. "Anzeichen für sich abschwächende Kapitalausgaben, eine schwächere Nachfrage nach KI-Infrastruktur und eine enttäuschende Monetarisierung würden Sorgen über die Nachhaltigkeit des Zyklus wecken", schrieb Haefele. Das könnte nicht nur die Technologiebranche belasten, sondern auch die Stimmung für den breiten Aktienmarkt eintrüben.
Auch JPMorgan sieht starke Argumente für anhaltenden KI-Investitionszyklus
Die Experten von JPMorgan rechnen nach der Berichtssaison zum zweiten Quartal mit weiterhin hohen KI-Investitionen durch Unternehmen. Die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Cloud-Bereich und erste Erfolge bei der Monetarisierung von KI-Ausgaben bildeten die Grundlage für einen anhaltenden Investitionszyklus in KI-Infrastruktur, argumentierte Analyst Harlan Sur in einer aktuellen Studie.
Die Ausgangslage im Sektor bleibe daher kurz- bis mittelfristig stark. Aktualisierte Schätzungen implizierten einen Anstieg der Ausgaben um 42 Prozent im zweiten Halbjahr 2026 gegenüber dem ersten Halbjahr, betonte der Experte. Viel davon sei aber im Vorfeld der Ergebnisse für das zweite Quartal schon berücksichtigt worden, sodass sich damit nicht zwangsläufig eine wesentliche Änderung der allgemeinen Einschätzung der KI- und Cloud-Dynamik ergebe.
Es gebe aber zwei wichtige Erkenntnisse aus den zurückliegenden Berichten der Hyperscaler, die eine starke Basis bildeten für Wachstumsdynamik, die über die aktuellen Erwartungen hinausgehe. So zeigten die Unternehmen sowohl erste Anzeichen erfolgreicher Monetarisierung als auch verbesserter Rentabilität ihrer Investitionen in Cloud- und KI-Lösungen. Sur geht davon aus, dass diese Trends sich fortsetzen. Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteige weiterhin das verfügbare Angebot.
Dieses Umfeld sorge für ein äußerst aussichtsreiches Nachfrageumfeld für Unternehmen wie NVIDIA oder AMD im Bereich der für KI wichtigen Grafikprozessoren. Die Erwartungen an Broadcom und Micron hätten wegen maßgeschneiderten KI-Beschleunigern (ASICs) Luft nach oben. Micron Technology und SanDisk nennt Sur als wichtigste Profiteure im Speichersegment.
Für die zuvor genannten Unternehmen votiert JPMorgan fast ausschließlich mit "Overweight", nur für AMD steht die Investmentbank aktuell mit "Neutral" an der Seitenlinie. Gemäß der Einstufung "Overweight" geht die US-Bank davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten besser als der jeweilige Sektor entwickeln wird.
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FRANKFURT (dpa-AFX)
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