Hessens Finanzminister verteidigt Wechsel des DFB-Finanzamts


WIESBADEN (dpa-AFX) - Hessens Finanzminister hat den umstrittenen Wechsel des für den Deutschen Fußball-Bund zuständigen Finanzamtes mit der Kritik des Landgerichts Frankfurt an dieser Behörde begründet. Die Steuerabteilung seines Finanzministeriums habe daher den Wechsel des Finanzamtes Frankfurt zum Finanzamt Bad Homburg im Taunus für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) angewiesen, sagte der CDU-Politiker Alexander Lorz im Haushaltsausschuss des Landtags in Wiesbaden.

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Die Vorsitzende Richterin Eva-Maria Distler habe in einem Prozess "ungewöhnlich deutliche Kritik" an der Arbeit des bis dahin zuständigen Finanzamtes Frankfurt geübt. Der "dauerhafte und vollständige" Wechsel zum Finanzamt Bad Homburg im Februar 2026 sei im Sinne der "Glaubwürdigkeit und Neutralität" der Finanzverwaltung geschehen. Anschließend habe auch der DFB diesem Wechsel zugestimmt. Keinesfalls ging es laut dem Minister um eine besondere Behandlung des Verbandes.

Die hessische Grünen-Fraktion urteilte mit Blick auf Lorz, der diese Entscheidung "höchstpersönlich" getroffen habe: "Das ist eine drastische Maßnahme und in der Geschichte der hessischen Steuerverwaltung ein einmaliger Vorgang." Womöglich sei dies ein "Vertrauensentzug des Ministers gegenüber der Oberfinanzdirektion und dem Finanzamt Frankfurt".

"Strukturelle Schwächen bei den Finanzbehörden"

Hintergrund ist ein früheres Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt wegen gegen den DFB erhobener Vorwürfe der Steuerhinterziehung. Diese bestätigten sich jedoch nicht. Vielmehr endete der Prozess mit einem Freispruch für den DFB und dessen Ex-Schatzmeister Stephan Osnabrügge. Die Vorsitzende Richterin Distler hatte in ihrem Urteil "strukturelle Schwächen bei den Finanzbehörden" kritisiert.

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Hessens Finanzminister Lorz zitierte Distler jetzt im Haushaltsausschuss selbst auch mit den Worten, diese habe seinerzeit mit Blick auf die Ermittlungen von einem "Störgefühl" beim Einfluss auf Zeugen gesprochen. Bei den Untersuchungen habe nach Distlers Ausführungen teils die linke Hand nicht gewusst, was die rechte tue, ergänzte der CDU-Politiker.

"Alle Tatbestände neutral untersuchen"

Eine Steuerverwaltung "muss alle Tatbestände neutral untersuchen", betonte Lorz. Der Wechsel zum Finanzamt Bad Homburg für den DFB sei daher eine "notwendige Konsequenz" gewesen, betonte der Minister. Es gehe um das Vertrauen in den Rechtsstaat.

Der DFB stand in den vergangenen Jahren wiederholt im Fokus steuerlicher und steuerstrafrechtlicher Verfahren. Dabei ging es auch um Millionensummen. Nicht alle Prozesse sind rechtskräftig beendet - die "interne Revision" des hessischen Finanzministeriums sei hier eben weiter aktiv, erläuterte Lorz. "Ergebnisse liegen noch nicht vor", fügte er hinzu.

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Steuergeheimnis teils aufgehoben

Für seine Aussagen vor dem Haushaltsausschuss des hessischen Landtags habe ihn der DFB teils vom Steuergeheimnis entbunden. Die Oppositionsfraktionen von FDP und Grünen hatten von der schwarz-roten Landesregierung Aufklärung gefordert zu der Frage, warum der DFB das Finanzamt habe wechseln können - steuerzahlende Bürger könnten dies schließlich keineswegs nach eigenem Belieben. Doch der Wechsel war nach Angaben von Lorz eben auch nicht vom DFB selbst ausgegangen./jaa/DP/stw

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