Hohe Inflation belastet deutschen Einzelhandel im April


Von Andreas Plecko

WIESBADEN (Dow Jones)--Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im April vor dem Hintergrund der hohen Inflation überraschend stark eingebrochen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, fielen die Umsätze nach Abzug der Inflation um 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit erreichte der reale Umsatz den tiefsten Stand seit Februar 2021. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Auf Jahressicht lagen die Umsätze im April preisbereinigt um 0,4 Prozent niedriger.

Werbung

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln verzeichnete mit einem Minus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vormonat den größten Umsatzeinbruch seit Beginn der Zeitreihe 1994. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Umsatz um 6,5 Prozent. Im April lagen die Preise für Lebensmittel um 8,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, der im Vergleich zum von Lockdown-Maßnahmen geprägten Vorjahresmonat zwar ein reales Umsatzplus von 7,2 Prozent erzielte, verzeichnete im April gegenüber dem Vormonat jedoch einen Rückgang von 4,4 Prozent.

Sowohl der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren als auch die Waren- und Verkaufshäuser verbuchten ein deutliches Minus von 4,3 bzw 7,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich ergaben sich jedoch Umsatzsteigerungen von 123,4 bzw 37,1 Prozent.

Werbung

Der Internet- und Versandhandel erzielte im April gegenüber dem Vormonat einen Umsatzanstieg von 5,4 Prozent, büßte aber im Vergleich zum Vorjahresmonat 9,6 Prozent ein.

Während die Umsätze der freien Tankstellen im März aufgrund der deutlich gestiegenen Spritpreise einen Rückgang zum Vormonat zu verzeichnen hatten, blieben die Umsätze mit einem Minus von 0,1 Prozent im April bei fast gleichbleibenden Preisen nahezu auf dem Niveau des Vormonats.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.