Ifo Dresden: Ost-Einkommen bei rund 92 Prozent des West-Niveaus
BERLIN (Dow Jones)--Das Ifo-Institut sieht die verbreitete Unzufriedenheit mit dem "Aufbau Ost" 30 Jahre nach dem Mauerfall nicht durch die Fakten gedeckt. Die realen verfügbaren Einkommen in Ostdeutschland lägen bei rund 92 Prozent des westdeutschen Niveaus, erklärte der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Joachim Ragnitz. "Und in vielen Regionen wird ein höheres Wohlstandsniveau erreicht als in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens oder Niedersachsens."
Offensichtlich machten sich viele Menschen in Ostdeutschland falsche Vorstellungen über das Wohlstandsniveau im Westen, mutmaßt Ragnitz. Sie fühlten sich deshalb benachteiligt, "obwohl die große Mehrheit mit ihren persönlichen wirtschaftlichen Verhältnissen durchaus zufrieden ist".
Die niedrigere Wirtschaftskraft in den neuen Ländern habe laut dem Ökonom eher strukturelle Ursachen, die sich nicht so schnell abbauen ließen. Die Politik dürfe sich daher nicht von Fehleinschätzungen und Stimmungen leiten lassen. "Falsch wäre es, Ostdeutschland jetzt mit neuen Förderprogrammen zu überziehen und unerfüllbare Erwartungen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu wecken." Besser sei es, wenn landes- und kommunalpolitischen Akteure Forschung und Innovation stärkten und bessere Bedingungen für Zuwanderer schafften.
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October 09, 2019 03:55 ET (07:55 GMT)