ifo: Großbritannien verliert im Brexit beim Handel mehr als die EU
BERLIN (Dow Jones)--Großbritannien hat im Brexit deutlich mehr zu verlieren als die Europäische Union, so das Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts zum gegenseitigen Handel. Bislang haben sich die britische Regierung und die EU noch nicht auf einen neuen Handelsvertrag geeinigt, obwohl die Übergangsphase, während der die Insel seit ihrem EU-Austritt in der EU-Zollunion und im Binnenmarkt bleibt, am 31. Dezember endet.
Laut der Ifo Studie wickelten im Jahr 2019 Großbritannien, als die Insel noch Mitglied der EU war, 50 Prozent seiner Importe und 47 Prozent seiner Exporte mit übrigen 27 EU-Mitgliedsstaaten ab. Damit sei die EU der größte Markt für das Vereinigte Königreich. Für diese 27 EU-Länder hingegen sei die Insel wesentlich weniger wichtig. Denn im Jahr 2019 gingen nur 4 Prozent der Exporte dorthin und 6 Prozent kamen dorther.
"Beide Seiten verlieren beim Brexit, nur das Vereinigte Königreich eben deutlich mehr. Ein Handelsabkommen ab 1. Januar liegt im beiderseitigen Interesse", sagt Lisandra Flach, die Leiterin des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Das Vereinigte Königreich ist Ende Januar aus der EU ausgetreten und die monatelangen Verhandlungen über die zukünftigen Beziehungen haben noch keinen Durchbruch erbracht. Der britische Premierminister Boris Johnson will diese Woche nach Brüssel reisen und mit den EU-Spitzen über ein Abkommen verhandeln.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
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December 08, 2020 03:47 ET (08:47 GMT)