ifo-Institut: Baustoffknappheit nimmt deutlich zu
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Die deutschen Baufirmen leiden nach Erhebungen des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung verstärkt unter Versorgungsengpässen. Wie aus den Umfragen des Instituts im März hervorgeht, meldeten im Hochbau 37,2 Prozent der Teilnehmenden Beeinträchtigungen, nach 23,5 Prozent im Februar. Auch im Tiefbau verschlechterte sich die Lage. 31,5 Prozent der Betriebe litten demnach unter Lieferengpässen. Im Vormonat lag der Anteil noch bei 17,5 Prozent. "Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat zu einer hohen Unsicherheit mit Blick auf die Lieferketten geführt", sagte der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.
"Die Materialpreise für viele Rohstoffe schwanken in Folge des Krieges deutlich stärker. Zudem beziehen viele Unternehmen Vorprodukte aus Russland oder der Ukraine", erklärte er. Das erschwere die Bauplanung. Eine Konsequenz sei, dass die Unternehmen weiter die Preise erhöhen wollten. Die Preispläne im Baugewerbe seien von 43,8 Punkten auf 48,9 Zähler und damit auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Viele Unternehmen gäben die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter.