ifo-Institut: Coronavirus dominiert Leben stärker als im Juni
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Das Leben der Menschen wird nach einer Umfrage des Ifo-Instituts zunehmend von der Corona-Krise beherrscht. Im Oktober sagten demnach 86 Prozent, sich mit Corona und den Folgen des Virus häufig oder fast immer zu beschäftigen. Während der ersten Welle im Juni waren es nur 73 Prozent, teilte das Institut mit. Das sei eines der aktuellen Ergebnisse einer interdisziplinären Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, an der unter anderem das Ifo-Institut und das Meinungsforschungsinstitut Forsa beteiligt seien.
Die Einkommenssituation der Menschen sei bislang stabil: Im Oktober hat sich für 77 Prozent das monatliche Nettoeinkommen des Haushalts nicht verändert - im Vergleich zum Februar hatten dies im Juni 76 Prozent angegeben. "Das liegt zu einem guten Teil an den von der Politik beschlossenen Überbrückungshilfen, wie zum Beispiel dem Kurzarbeitergeld", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
"Deutlich größer sind die Sorgen geworden, sich selbst mit dem Corona-Virus zu infizieren", erklärte Forsa-Chef Manfred Güllner. Diese Sorge spiegele sich unter anderem im Sparverhalten wider: 30 Prozent der Haushalte gäben einen kleineren Teil ihres Einkommens aus als vor Beginn der Krise.
Der Anteil der Selbstständigen, die in der Corona-Krise Hilfen in Anspruch genommen haben, hat sich im Oktober im Vergleich zum Juni nicht verändert: 35 Prozent haben private Ersparnisse genutzt, um die Folgen für ihr Gewerbe abzumildern. 25 Prozent nahmen staatliche Soforthilfen in Anspruch, 15 Prozent stundeten Steuerzahlungen oder reduzierten Vorauszahlungen. Die von der Politik beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hielten im Oktober 84 Prozent der Befragten für richtig. 34 Prozent hielten sie für nicht weitgehend genug.
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November 09, 2020 04:51 ET (09:51 GMT)