Ifo-Institut fordert Nachbesserungen am EU-Aufbauprogramm
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat bei dem 750 Milliarden Euro starken Corona-Fonds Next Generation EU (NGEU) Nachbesserungen gefordert. Damit durch die Steuerung der Mittelverwendung auf europäischer Ebene ein Mehrwert entstehe, müsse deutlich mehr Wert auf Projekte mit EU-weiter Bedeutung wie Technologieförderungen und grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte gelegt werden, schrieben Institutspräsident Clemens Fuest und Ifo-Mitarbeiter Florian Dorn.
Die Ausgaben von NGEU zielten darauf ab, politische Schwerpunkte der EU-Kommission wie den Green New Deal zu fördern. Es sei aber kaum zu verhindern, dass europäische Mittel die nationalen ersetzten, wenn die Mitgliedstaaten das wollten, warnten die Ökonomen. Obendrein werde die Umverteilung zwischen den Mitgliedstaaten bei dem Aufbauprogramm bestimmt vom allgemeinen Wohlstandsniveau, nicht jedoch davon, wie stark sie wirtschaftlich von der Pandemie beeinträchtigt seien.
Die Mittel würden von Ländern mit höherem Pro-Kopf-Einkommen zu den ärmeren Mitgliedstaaten umverteilt. Zwar profitierten auch besonders betroffene Länder wie Spanien oder Italien von der Umverteilung. Dennoch sei das Aufbaupaket "nicht wirklich eine Versicherung gegen die Coronakrise, sondern eher eine Ausweitung der traditionellen EU-Kohäsionspolitik", bemängelten Fuest und Dorn.
Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com
DJG/ank/mgo
(END) Dow Jones Newswires
February 16, 2021 05:17 ET (10:17 GMT)