Ifo: Mindestlohnerhöhung verteuerte Preise, kaum Jobs verloren
BERLIN (Dow Jones)--Die Kosten für die Erhöhung des Mindestlohnes zum 1. Januar haben die Unternehmen vor allem an die Konsumenten weitergegeben. Das schreibt das Ifo-Institut München unter Verweis auf eine Personalleiterbefragung mit dem Dienstleister Randstad. 44 Prozent der Unternehmen hätten demnach mit Preissteigerungen auf die Mindestlohn-Anhebung auf 9,19 Euro reagiert. Jobverluste hätten weitgehend vermieden werden können.
Bei knapp einem Drittel der Betriebe wurden Arbeitsstunden verringert. 17 Prozent reduzierten die Zahl der Minijobs und ebenfalls 17 Prozent erhöhten sie. Auf die Beschäftigtenzahlen hatte die 1,7-prozentige Anhebung des Mindestlohns zu Jahresbeginn demnach kaum negative Wirkungen. 11 Prozent der Unternehmen verkleinerten ihren Personalbestand, 8 Prozent vergrößerten diesen.
Der wichtigste Grund für Unternehmen, kein Personal zu reduzieren, ist die langfristige Bindung der Mitarbeiter (62 Prozent im Osten, 55 in Westdeutschland). "Hohe Nachfrage ließ den Abbau von Personal nicht zu", berichteten 53 Prozent der Firmen im Osten und 47 Prozent im Westen. Bedenken wegen des Fachkräftemangels waren für 35 Prozent der Unternehmen im Osten und 30 Prozent in Westdeutschland entscheidend.
Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com
DJG/pso/smh
(END) Dow Jones Newswires
January 30, 2020 09:55 ET (14:55 GMT)