IfW: Furcht vor Abwanderung von EU-Firmen wegen US-Hilfen übertrieben


BERLIN (Dow Jones)--Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) hat der Europäischen Union (EU) im Umgang mit dem milliardenschweren amerikanischen Maßnahmenpaket zur Inflationsbekämpfung zu mehr Gelassenheit geraten. "Die Furcht, dass Unternehmen jetzt reihenweise aus Europa in die USA abwandern, ist übertrieben", erklärte IfW-Präsident Holger Görg. Es sei aus wirtschaftlicher Sicht für die EU nicht sinnvoll, selbst Subventionen massiv auszubauen. Dies hatte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Wochenende vorgeschlagen.

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Die Europäer sollten jetzt vielmehr einen kühlen Kopf bewahren. Von der Leyens vorgeschlagene eigene Subventionen wären klar die falsche Reaktion auf den sogenannten amerikanischen Inflation Reduction Act (IRA), so das IfW. "Sie würden eine massive Geldverschwendung bedeuten und könnten am Ende auf einen Handelskrieg hinauslaufen. Hektische Gegenreaktionen schaden mehr, als dass sie nützen", so Görg.

Er wies darauf hin, dass das auf zehn Jahre ausgelegte Volumen der von den USA geplanten Investitionen in grüne Technologien geringer sei als das auf sieben Jahre angelegte "Next Generation"-Programm der EU.

USA verlor zuletzt an Attraktivität für ausländische Investitionen

Außerdem habe die USA in den vergangenen Jahren stark an Attraktivität für ausländische Investitionen eingebüßt. Das IfW verwies auf die sogenannten "Greenfield Investments", also Ansiedlungen neuer ausländischer Unternehmen auf der grünen Wiese. Diese hätten sich von rund 18 Milliarden US-Dollar 2014 auf unter 4 Milliarden Dollar 2021 reduziert. Daran habe auch die massive Reduzierung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent 2017 nichts geändert.

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"Das deutet auf tiefergehende Probleme hin, die auch durch Steuer- oder andere finanzielle Anreize, wie sie das IRA vorsieht, nicht gelöst werden können", so Görg.

Ein massiver Ausbau von EU-Subventionen würde einen Subventionswettbewerb starten, aus dem fast alle Beteiligten als Verlierer hervorgehen würden. "Eine solche massive Geldverschwendung hätte nur eine Gewinnergruppe: die Anteilseigner der an sich schon selbst sehr profitablen Tech-Firmen, die diese Subventionen ausnützen würden", warnte Görg.

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