KOSPI, Samsung & SK hynix stürzen ab: KI-Zweifel setzen Asiens Techsektor unter Druck
Der südkoreanische Leitindex verliert am Mittwoch kräftig und führt die Verluste in der Region an. Auch die beiden Chipriesen Samsung und SK hynix bekommen den Ausverkauf zu spüren.
• KOSPI, Samsung & SK hynix stürzen ab
• KI-Sorgen belasten Stimmung
• Gehebelte Retailanleger auf Rekordniveau
Der KOSPI setzte am Mittwoch seine extreme Volatilität der vergangenen Tage fort und verlor 4,52 Prozent auf 7.730,82 Punkte. Handelsunterbrechungen bremsten den Ausverkauf zwischenzeitlich, konnten ihn aber nicht aufhalten.
Als Barometer für KI-Investitionen steht der südkoreanische Markt im Zentrum der Abwärtsbewegung, die den gesamten asiatischen Technologiesektor erfasst. So kommen aktuell wieder Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms auf. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt der am Freitag anstehende, rund 80 Milliarden US-Dollar schwere Börsengang von SpaceX. Händler verwiesen darauf, dass dieser erhebliche Liquidität binden dürfte und die angestrebte Bewertung sehr hoch erscheine.
Halbleiter-Schwergewichte besonders betroffen
Schwer angeschlagen zeigten sich auch die südkoreanischen Chipriesen Samsung und SK hynix. So verlor die Samsung-Aktie 6,06 Prozent auf 302.500 Won, die SK hynix-Aktie gab sogar 7,54 Prozent auf 2.048.000 Won ab. Beide Titel gehören zu den größten Profiteuren des KI-Booms der vergangenen Quartale - und stehen nun im Fokus, weil Händler zunehmend hinterfragen, ob die hohen Bewertungen durch tatsächliche Erträge gedeckt werden.
Bereits in den letzten Tagen gab es massive Schwankungen beim KOSPI. So ging es am Montag bis Handelsende um 8,29 Prozent nach unten. Am Dienstag erfolgte jedoch die Trendwende mit einem Sprung nach oben um 8,18 Prozent. Im März diesen Jahres gab es bereits ähnliche aufeinander folgende Sprünge. So brach der südkoreanische Leitindex am 4. März um 12,06 Prozent ein, nur um am Folgetag wieder um 9,63 Prozent nach oben zu schießen. Allerdings: Seit Jahresbeginn konnte das Börsenbarometer bereits um mehr als 80 Prozent steigen. Mit Blick auf die letzten 12 Monate steht gar ein Plus von 163 Prozent an der Tafel.
V-förmige Muster dieser Dimension sind selbst für einen volatilen Markt außergewöhnlich - und werfen ein Schlaglicht auf die Kräfte, die den Handel in Seoul zunehmend dominieren: Hinter den extremen Ausschlägen steckt ein Rekordhoch an gehebelten Positionen privater Anleger - und die gefährliche Abhängigkeit von den beiden Chipkonzernen Samsung und SK hynix.
Gehebelte Retailanleger auf Rekordniveau
Laut einem Bericht der Bank of Korea, auf den Reuters verweist, ist das gehebelte Aktienengagement privater Anleger - in koreanischen Medien als "Ameisen" bekannt - im Mai auf ein Allzeithoch von 39 Milliarden US-Dollar gestiegen. Befeuert wurde der Trend durch neue börsengehandelte Produkte, die gehebelte Exposure auf die beiden Indexschwergewichte Samsung und SK hynix bieten. Allein diese beiden Speicherchip-Hersteller machen rund die Hälfte der KOSPI-Gewichtung aus. Das durchschnittliche Tagesvolumen an den südkoreanischen Börsen lag im Mai bei etwa 106 Billionen Won - umgerechnet rund 70 Milliarden US-Dollar. Gehebelte Produkte verstärken dabei abrupte Kursbewegungen in beide Richtungen erheblich.
Zweifel an KI-Renditen greifen über
Die jüngste Nervosität hat ihren Ursprung an der Wall Street, wo Technologiewerte bereits am Vortag unter Druck geraten waren. Der Auslöser: aufkommende Zweifel daran, ob die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz langfristig die erhofften Renditen abwerfen. Diese Skepsis greift nun auf Asien über und trifft dort vor allem jene Märkte, die als besonders abhängig von der KI-Nachfrage gelten.
Volatilität als neue Normalität
Die erneuten Handelsunterbrechungen beim KOSPI zur Wochenmitte unterstreichen, wie fragil die Stimmung im Technologiesegment derzeit ist. Ob sich die Kurse wieder stabilisieren, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die nächsten Quartalszahlen der großen US-Technologiekonzerne ausfallen - sie liefern den nächsten belastbaren Datenpunkt zur tatsächlichen Monetarisierung von KI-Investitionen.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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