Aktien von Micron, Sandisk & Co. im Aufwind: UBS sieht Speicherpreise kräftig weiter steigen
UBS traut den Speicherchip-Herstellern für die zweite Jahreshälfte einen kräftigen Preisschub zu, doch ein zweites Analystenhaus mahnt bereits zur Vorsicht.
Werte in diesem Artikel
- UBS meldet für den Speichermarkt im Julibericht einen Rekordumsatz
- Für die zweite Jahreshälfte werden kräftig steigende Speicherpreise erwartet
- Bernstein sieht die Preisdynamik ab dem dritten Quartal aber abflachen
Die Schweizer Großbank UBS meldet für den globalen Speichermarkt einen Rekordumsatz und rechnet für die zweite Jahreshälfte 2026 mit deutlich steigenden Vertragspreisen bei Speicherchips. Die weltweiten Speicherumsätze kletterten im aktuellen Monatsbericht auf rund 74,6 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 31,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und rund 2,8 Prozentpunkte über dem Zehnjahresschnitt für die Jahreszeit.
Von der erwarteten Preiswende könnten vor allem Speicherchip-Hersteller wie Micron Technology, Sandisk und Western Digital sowie die koreanischen Chip-Riesen Samsung und SK hynix profitieren.
Kurzfristig sorgt die Einschätzung der UBS zumindest für Euphorie bei Anlegern: Im US-Handel legt die Micron-Aktie zeitweise 6,30 Prozent auf 1.008,64 US-Dollar zu. Auch die Branchenkollegen Sandisk und Western Digital gewinnen stellenweise 10,25 Prozent auf 1.904,25 US-Dollar bzw. 5,83 Prozent 582,39 US-Dollar.
DRAM und NAND ziehen unterschiedlich stark an
Innerhalb des Speichermarkts verschieben sich die Gewichte der Schweizer Großbank zufolge deutlich. Wie Investing.com berichtet, stieg der DRAM-Umsatz um 27,7 Prozent auf einen Rekord von rund 48,0 Milliarden US-Dollar, blieb aber rund 8 Prozentpunkte unter dem Zehnjahresschnitt für die Jahreszeit. Der NAND-Umsatz sprang dagegen um 40,7 Prozent auf etwa 25,8 Milliarden US-Dollar, ein Rekord von rund 16,9 Prozentpunkten über dem saisonalen Mittel. Für das dritte und vierte Quartal 2026 rechnet die UBS bei DRAM-Vertragspreisen mit einem Plus von 32 beziehungsweise 18 Prozent zum Vorquartal, bei NAND mit 30 beziehungsweise 12 Prozent. Getrieben werde das vor allem von Speicher für künstliche Intelligenz: Bei High Bandwidth Memory erwartet UBS 2026 ein Nachfrageplus von 90 Prozent, 2027 nochmals 77 Prozent.
UBS sieht strukturelle Knappheit bis 2028
Die UBS schreibt laut Investing.com in ihrem aktuellen Bericht, der Superzyklus im Speichermarkt verstärke sich weiter, getragen von beschleunigter Nachfrage aus dem KI-Bereich. Die Bank geht davon aus, dass die DRAM-Industrie mindestens bis zum zweiten Quartal 2028 strukturell unterversorgt bleibt, weil die weltweite Bitnachfrage 2027 nach ihrer Schätzung um 36,2 Prozent zulegt und damit deutlich schneller wächst als das Angebot mit 19,3 Prozent. In der Konsequenz rechnet UBS für die gesamte Speicherbranche 2026 mit Erlösen von rund 992 Milliarden US-Dollar und 2027 mit etwa 1,76 Billionen US-Dollar.
Bernstein erwartet schon bald eine Abschwächung
Bernstein teilt den kurzfristigen Optimismus nur teilweise, wie TipRanks berichtet. Auch das Analystenhaus erwartet für das zweite Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg der Vertragspreise bei DRAM und NAND, geht aber davon aus, dass sich das Tempo der Preiserhöhungen ab dem dritten Quartal 2026 spürbar abschwächt. Begründet wird das mit einer erwarteten Nachfragezerstörung im Konsumentensegment, die sich laut Bernstein bislang nur deshalb verzögert zeigt, weil Kunden Käufe vorgezogen haben und die Servernachfrage zusätzliche Kapazitäten aufgenommen hat. Beide Effekte seien aus Sicht von Bernstein aber vorübergehende Stützen und keine dauerhafte Entlastung. Auf längere Sicht rechnet das Haus damit, dass die Preise ab der zweiten Jahreshälfte 2027 allmählich ihren Höhepunkt erreichen und bis 2028 abflachen, während UBS die Knappheit bis mindestens Mitte 2028 fortschreibt.
Was das für Anleger bedeutet
Einig sind sich beide Häuser, dass langfristige Lieferverträge den Markt derzeit stabilisieren. UBS selbst benennt zudem das größte Risiko für die eigene Prognose: Ob Kunden die anhaltend hohen Investitionen in KI-Infrastruktur finanziell durchhalten, gilt der Bank zufolge als entscheidende Unbekannte für die Nachhaltigkeit des aktuellen Aufschwungs.
Für Anleger heißt das, die Speicherchip-Aktien hängen kurzfristig weniger an den eigenen Quartalszahlen als an der Frage, ob Cloud-Konzerne ihr Tempo bei KI-Investitionen halten. Ob sich Bernsteins Erwartung einer nachlassenden Preisdynamik bestätigt, dürfte sich an den Vertragspreisverhandlungen für das dritte Quartal 2026 zeigen. Bis dahin bleibt offen, welches der beiden Analystenhäuser mit seiner Einschätzung des Speicherzyklus näher an der Realität liegt.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 25.06.26 | Micron Technology Buy | Deutsche Bank AG | |
| 25.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets | |
| 25.06.26 | Micron Technology Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 25.06.26 | Micron Technology Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 15.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets |
