McDonald's-Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief - Abwärtstrend hält an
Ein monatelanger Abwärtstrend, schwache US-Frequenz und ein Umbauprogramm treffen auf ein neues Jahrestief bei McDonald's.
Werte in diesem Artikel
- Abwärtstrend bei McDonald's zeigt seit Monaten keine Bodenbildung
- Führungswechsel in den USA soll die schwache Kundenfrequenz adressieren
- Analysten bleiben trotz gesenkter Kursziele mehrheitlich optimistisch gestimmt
Die McDonald's-Aktie ist am Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen und hat damit ihren bisherigen Jahrestiefstand vom 23. Juli unterschritten. Der Kurs setzt damit einen seit rund sechs Monaten anhaltenden Abwärtstrend fort, der bislang keine Bodenbildung erkennen lässt. Belastend wirken schwache US-Gästezahlen, während der Konzern mit einem Führungswechsel und einem neuen Automatisierungsprogramm gegensteuern will. So ging es am Donnerstag an der NYSE letztlich 2,57 Prozent auf 260,06 US-Dollar nach unten. Das neue 52-Wochen-Tief liegt bei 259,85 US-Dollar. Am Freitag lässt sich im Handel eine Gegenbewegung erkennen: Zeitweise gewinnt die Aktie 1,65 Prozent auf 264,35 US-Dollar.
Jahrestief bestätigt anhaltende Schwäche
Nach Analyse von 24/7 Wall St. bewege sich der McDonald's-Titel seit rund sechs Monaten in einem Muster aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs, ohne dass sich bislang eine Bodenbildung abzeichne. Jeder Erholungsversuch sei bislang vorzeitig abgeebbt, bevor sich eine stabile Basis habe bilden können.
Auslöser der Schwäche ist vor allem die anhaltend schwache Kundenfrequenz im US-Heimatmarkt. Im zweiten Quartal 2026 legten die globalen vergleichbaren Umsätze zwar um 1,3 Prozent zu, in den USA jedoch lediglich um 0,8 Prozent. Konzernchef Chris Kempczinski räumte auf der Telefonkonferenz zu den Zahlen ein, das Unternehmen habe kein Strategieproblem, sondern in dem Quartal auf operativer Ebene nicht die nötige Umsetzung geliefert.
McDonald's reagiert mit Personalwechsel und Automatisierung
Als Reaktion auf die Schwäche berief McDonald's Anfang August Skye Anderson zur neuen Präsidentin der US-Sparte, sie löst Joe Erlinger ab, der die Sparte über sechs Jahre lang geführt hatte. Parallel treibt der Konzern die Initiative McDonald's NEXT voran, die stärker auf Automatisierung bei Bestellprozessen und in der Küche setzt, um die operative Marge zu schützen. Details zu Refranchising-Plänen und dem Ausblick für Verwaltungskosten sollen auf einem Investorentag im September folgen. Operativ zeigte das zweite Quartal 2026 Fortschritte: Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 6 Prozent, der Konzernumsatz kletterte auf 7,10 Milliarden US-Dollar.
Analysten sehen trotz Kurssturz noch Potenzial bei der McDonald's-Aktie
Der Analystenkonsens bleibt trotz der Kursschwäche mehrheitlich positiv: Von 24 bei TiRanks erfassten Häusern stufen 14 die Aktie mit Buy ein, zehn mit Hold, keines rät zum Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 317,18 US-Dollar, die Spanne reicht von 280 bis 390 US-Dollar.
Ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder eine Stabilisierung gelingt, dürfte sich am Investorentag im September entscheiden, wenn der Konzern weitere Details zur NEXT-Strategie und zum Refranchising-Ausblick vorlegen will. Auch die Entwicklung der US-Gästezahlen im weiteren Jahresverlauf bleibt ein zentraler Beobachtungspunkt für die Aktie.
Martina Köhler, Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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