IMK: Rezessionsrisiko für Deutschland sinkt deutlich
Von Andreas Kißler
DÜSSELDORF/BERLIN (Dow Jones)--Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen wieder spürbar aufgehellt, das Risiko, dass sie in nächster Zeit ein weiteres Mal in eine Rezession gerät, ist stark zurückgegangen. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, wie das IMK mitteilte. In der Drei-Monats-Prognose für März bis Ende Mai zeigt der Indikator den Angaben zufolge eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 13,3 Prozent an - nach 24,2 Prozent im Februar.
Treibende Kraft der Konjunkturerholung dürfte weiterhin das verarbeitende Gewerbe sein, das insbesondere von einer regen Auslandsnachfrage aus Asien profitiere. Zusätzliche Impulse erwarten die Ökonomen vom US- Konjunkturpaket. "Deutschlands Industrie bleibt weiterhin in einer robusten Verfassung. Zwischenzeitliche Sorgen, sie könne durch coronabedingte Störungen der Lieferketten als konjunktureller Stützpfeiler in Mitleidenschaft gezogen werden, haben sich glücklicherweise als unbegründet erwiesen", sagte IMK-Experte Thomas Theobald.
Der Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit beruht den Forschern zufolge auf einer positiven Entwicklung bei vielen der vom Indikator zusammengeführten Einzelparameter. So hätten die Auftragseingänge für die Industrie aus dem Ausland zuletzt kräftig angezogen. Gesunken sei die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen, was auf günstigere Finanzierungsbedingungen für Unternehmen hindeute. Zudem habe sich laut Ifo-Geschäftsklimaindex die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich verbessert.
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March 17, 2021 04:43 ET (08:43 GMT)