SHEIN-Aktie voraus? Börsengang in Hongkong verschiebt sich offenbar auf September
Verzögerung in letzter Minute: Der Zeitplan für das Hongkong-Listing des Modehändlers SHEIN gerät offenbar erneut durcheinander.
Werte in diesem Artikel
- Investorenaufträge kommen offenbar langsamer herein als geplant
- Bewertung des Modehändlers ist gegenüber 2022 drastisch geschrumpft
- Ankerinvestoren und Banken sollen IPO nun stützen
SHEIN verschiebt den geplanten Börsenstart in Hongkong einem Bericht der South China Morning Post zufolge auf den 1. September. Grund sei eine kleine Verzögerung bei der Aufnahme von Investorenaufträgen für das Listing, das ohnehin schon zu einer deutlich reduzierten Bewertung erfolgen soll. Für die SHEIN-Aktie bedeutet das einen weiteren Dämpfer nach Jahren der Suche nach einem geeigneten Börsenplatz.
Bookbuilding startet später als geplant
Der Online-Modehändler SHEIN, bekannt für den Verkauf günstiger Kleidung an Kundinnen und Kunden in rund 160 Ländern, wollte den gesamten Emissionsprozess ursprünglich bis Ende August abschließen. Laut South China Morning Post soll das Bookbuilding nun erst am 24. August beginnen, der eigentliche Handelsstart ist für den 1. September vorgesehen. Zuvor hatte Reuters berichtet, SHEIN plane den Börsenstart in Hongkong bereits für den 28. August, nachdem Notierungsversuche in New York und London zuvor gescheitert waren.
Um die Platzierung abzusichern, will SHEIN mehrere Ankerinvestoren einbinden. Die meisten Positionen sollen dabei von bestehenden Aktionären übernommen werden, zusätzlich erwägen die beteiligten Investmentbanken laut dem Bericht, sich mit eigenen Mitteln als Ankerinvestoren zu beteiligen. Das Unternehmen reagierte nach Angaben der South China Morning Post nicht sofort auf eine Anfrage zu der Verschiebung.
SHEIN-Aktie voraus: Bewertung schrumpft deutlich
Die angepeilte Bewertung liegt inzwischen weit unter früheren Erwartungen. Ursprünglich hatte SHEIN mindestens 30 Milliarden US-Dollar angestrebt, stieß damit aber auf Widerstand der Investoren. Die maximale Bewertung beim Listing soll die Marke von 30 Milliarden US-Dollar nun nicht überschreiten, ein deutlicher Abschlag gegenüber der Spitzenbewertung von fast 100 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2022. Reuters hatte berichtet, SHEIN strebe eher eine Bewertung von rund 25 Milliarden US-Dollar an, je nach Preisspanne auch bis zu 28 Milliarden US-Dollar, gegenüber einer zuvor kolportierten Spanne von 30 bis 40 Milliarden US-Dollar.
Bei einer Bewertung von 25 Milliarden US-Dollar und einer geplanten Ausgabe von bis zu 8 Prozent der Gesamtaktien käme laut South China Morning Post ein Emissionsvolumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar zustande. Zusätzlichen Druck erzeugte im ersten Quartal 2026 ein Nettoverlust von 99 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 395 Millionen US-Dollar ausgewiesen worden war. Als Gründe nannte Reuters den Wegfall der US-Zollausnahme für Kleinsendungen sowie eine Sonderbelastung von 328 Millionen US-Dollar aus der Neubewertung wandelbarer Vorzugsaktien.
Ob das Bookbuilding tatsächlich am 24. August beginnt und der Handelsstart am 1. September hält, hängt davon ab, wie schnell sich die offenen Fragen zu Preisspanne und Emissionsvolumen klären lassen. Bis dahin bleibt offen, wie stark Ankerinvestoren und Banken die Platzierung stützen müssen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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