IW: "Weniger Wumms als versprochen" im deutschen Konjunkturpaket


Von Andreas Kißler

KÖLN/BERLIN (Dow Jones)--Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Bilanz zu den vor einem Jahr auf den Weg gebrachten Corona-Konjunkturhilfen als "durchwachsen" bezeichnet. "Weniger Wumms als versprochen", lautet das Fazit des arbeitgebernahen Konjunkturforschungsinstituts. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte mit seinerzeit "Wumms" durch die Maßnahmen zur Eindämmung des wirtschaftlichen Einbruch infolge der Corona-Pandemie angekündigt. Rund 130 Milliarden Euro waren dafür vorgesehen.

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Das IW betonte, über die Zielgenauigkeit der Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli 2020 lasse sich streiten. Im Grundsatz habe die Maßnahme den Konsum angekurbelt. "Allerdings sind die Kaufimpulse sehr unterschiedlich angekommen: Versandhändler haben aufgrund des Lockdowns deutlich stärker profitiert als der stationäre Einzelhandel", monierte IW-Ökonom Tobias Hentze. Gestützt habe den Konsum auch der Kinderbonus: 61 Prozent der Empfänger wollten ihn ganz oder teilweise ausgeben, so eine IW-Studie. Im Schnitt seien je Kind 128 Euro der Wirtschaft zugutegekommen.

Positiv wertete Hentze auch die verbesserte Verlustverrechnung für die Jahre 2020 und 2021. Sie sei "sehr zielgenau, da sie den Unternehmen zugutekommt, die von der Krise betroffen sind". Allerdings kritisierte der Ökonom: "Dieses Instrument hätte deshalb großzügiger ausgestaltet werden sollen." Rund 40 Prozent des Konjunkturpakets, also gut 50 Milliarden Euro, seien als sogenannte Zukunftsausgaben für Investitionen vorgesehen gewesen. "Das ist in der Sache richtig, dient allerdings weniger zur akuten Krisenbekämpfung." Daher sei auch klar, dass diese Mittel noch nicht vollständig ausgegeben worden seien.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/brb

(END) Dow Jones Newswires

June 03, 2021 05:58 ET (09:58 GMT)

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