IW: Banken-Situation bedrohlich, aber aus anderen Gründen als 2008


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Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat Maßnahmen angemahnt, um eine Zuspitzung der Situation im Bankensektor zu verhindern. "Die derzeitige Situation ist bedrohlich, aber aus anderen Gründen als 2008", erklärte das IW auf Basis einer eigenen Studie, die die aktuelle Situation mit der von vor 15 Jahren verglichen hat. "Und: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind heute ganz andere", betonte das arbeitgebernahe Institut.

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So gebe es viele der damaligen Risikofaktoren nicht mehr: Sei damals die Immobilienblase mit weitgehend wertlosen Finanzprodukten geplatzt, fuße die aktuelle Bankenkrise eher auf branchentypischen Problemen im Tech-Bereich oder wie im Falle der Credit Suisse auf Managementversagen und strategischen Fehlentscheidungen.

Dank Basel III seien Banken inzwischen mit mehr Eigenkapital ausgestattet als noch vor 15 Jahren. Auf der anderen Seite sei die hohe Inflation "das Thema der Stunde", die Notenbanken kämpften mit aller Kraft dagegen an. Die restriktive Geldpolitik stehe im Widerspruch zur Rettung der Banken: Die Zinserhöhungen seien "spät und mit Wucht" gekommen, viele Banken hätten sich darauf verlassen, dass die Jahre der Niedrigzinsen ewig anhielten.

"Besonders risikoreich wäre ein Bank Run", warnte das IW. Verlören die Anleger das Vertrauen in die Institute, komme es zum Herdenverhalten, bei dem Anleger versuchten, so schnell wie möglich ihre Einlagen abzuheben. Ob die Informationen korrekt seien, spiele keine Rolle. "Krise ist, wenn die Sparer glauben, dass Krise ist", betonte das IW.

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Management muss haften

Um eine Zuspitzung der Situation zu verhindern, müssten deshalb zum einen die Aufseher genauer hinschauen, um sicherzugehen, dass die Banken ausreichend Eigenkapital zur Seite legten. Zudem dürfe der Staat nicht mehr mit Steuergeldern einspringen, um Banken zu retten, andernfalls drohe ein fatales Signal für Bankmanager aus aller Welt. Stattdessen müsse das Management - wie im Falle der Credit Suisse - für Schäden haften. "Kriselt es bei großen Instituten, müssen Behörden rechtzeitig durchgreifen und aufspalten", erklärte das IW.

In Deutschland müssten die zuständigen Behörden - also die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bundesbank und Finanzministerium - "ihre Kompetenzen bündeln und sich mit den zuständigen Behörden auf europäischer Ebene austauschen, um notfalls auch innerhalb eines Wochenendes Banken zu stabilisieren", forderte das Institut.

"Die Credit-Suisse-Übernahme führt vor Augen, wie fragil die derzeitige Situation der Banken ist", sagte IW-Direktor Michael Hüther. "Deshalb muss jetzt zügig gegengesteuert werden, um den Anlegern wieder Vertrauen in das System zu geben." In der Schweiz müsse die UBS in kleinere Einheiten aufgespalten werden, um das Klumpenrisiko abzuwenden: "Andernfalls droht dem Land als Bankenplatz das Ende und damit die Aufnahme in die Europäische Währungsunion. Und das wäre ein Treppenwitz der europäischen Geschichte", konstatierte der Ökonom.

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