IW: Enteignung von Wohnungskonzernen teuer und wenig hilfreich


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BERLIN (Dow Jones)--Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält eine Vergesellschaftung der großen Wohnungsunternehmen in Berlin für teuer und wenig hilfreich, um das Wohnproblem der Hauptstadt in den Griff zu bekommen. Zuvor hatte sich eine Mehrheit der Berliner Wähler von 56,4 Prozent für den Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen" ausgesprochen.

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Darin wird der Berliner Senat aufgefordert, ein Gesetz zu erarbeiten, das 240.000 Wohnungen der großen Immobilienkonzerne in Berlin in eine Anstalt des öffentlichen Rechts überführt.

"Wahrscheinlich müssten die Unternehmen im Fall einer Vergesellschaftung der Bestände - geplant wäre eine Anstalt öffentlichen Rechts mit rund 240.000 Wohnungen - zum Marktpreis kompensiert werden. Dies wären je nach Schätzung zwischen 30 und 40 Milliarden Euro, eventuell sogar mehr", erklärte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Ziel wäre es dann, Mieterhöhungen zu unterbinden und auch bei Modernisierungen die Mieter weniger zu belasten. Damit wäre es aber kaum möglich, die Ausgaben durch Mieterträge zu refinanzieren, sprich es entstünden Verluste für die öffentliche Hand und letztendlich für den Berliner Steuerzahler, warnte er.

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Auch die sozialpolitische Treffsicherheit lasse zu wünschen übrig. Denn nur etwa ein Viertel der Mieter gelte als armutsgefährdet, da sie weniger als 60 Prozent des Median-Einkommens verdienten. Mehr als 40 Prozent der Bewohner verfügten hingegen über ein überdurchschnittliches Einkommen, so das arbeitgebernahe IW.

Voigtländer warnte zudem, dass von einer Vergesellschaftung in Berlin ein verheerendes Signal an Investoren ausgehe. "Schließlich müssen Investoren sicher sein können, dass sie die Erträge ihrer Investition auch realisieren können. Eine Vergesellschaftung dürfte daher viele Unternehmer - weit über den Wohnungsmarkt hinaus - verschrecken", so Voigtländer.

Dabei habe Berlin gerade erst begonnen, sein wirtschaftliches Potenzial tatsächlich auszuschöpfen. Wirtschaftlicher Erfolg wiederum sei die Basis für eine umfangreichere Sozialpolitik.

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Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/jhe

(END) Dow Jones Newswires

September 27, 2021 09:51 ET (13:51 GMT)

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