IW: Hohe Preise belasten Unternehmen
Von Andreas Kißler
KÖLN/BERLIN (Dow Jones)--Besonders steigende Rohstoffpreise belasten laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) die Unternehmen in Deutschland. Lieferengpässe, hohe Energiekosten und teure Rohstoffe sorgten dafür, dass die Preise wieder stärker steigen. "Besonders die Baubranche und die Industrie leiden unter der Entwicklung", erklärte das IW unter Verweis auf die Umfrage bei 2.000 Unternehmen. 80 Prozent der deutschen Unternehmen erwarteten demnach mittelstark oder stark steigende Preise, weil Rohstoffe sich verteuert hätten und Vorleistungen knapp seien.
70 Prozent der Unternehmen berichteten von mittelstark oder stark steigenden Energiepreisen. Etwa jedes zweite Unternehmen gebe an, die höheren Preise in hohem oder mittlerem Ausmaß weitergeben zu können. Das treibe vorübergehend die Verbraucherpreise. Für die gestiegenen Energiepreise seien vor allem anziehende Rohölpreise und höhere Energiesteuern verantwortlich. Im zweiten Quartal 2021 hätten sie ein Drittel der Preissteigerung ausgemacht. Einen besonderen Effekt auf die Preise hätten auch Lieferengpässe gehabt, starke Preistreiber seien darüber hinaus Transportgebühren auf Vorleistungen.
Für die IW-Ökonomen handelt es sich bei den Problemen der Angebotsseite vorwiegend um Folgen der Coronavirus-Pandemie. Mit dem Ende von Lieferengpässen und der Verknappung des Angebots bis Ende des Jahres dürfte die derzeit hohe Nachfrage nach Gütern gedeckt werden, erwarteten sie. Bis dahin hielten die IW-Wissenschaftler anhaltende Preissteigerungen jedoch für möglich. "Mittelfristig rücken für Unternehmen neben den Preissprüngen bei Vorleistungen, Rohstoffen und der Energie auch die Arbeitskosten wieder in den Blick", sagte IW-Ökonom Matthias Diermeier. Trotzdem gehe man perspektivisch aber wieder von einer Normalisierung aus.