IWF: Deutschland sollte Schäden an Arbeitsmarkt minimieren


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Erholung der deutschen Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) unsicher. In seinem Bericht zum Abschluss von Artikel-IV-Konsultationen rät der IWF der Bundesregierung dazu, die Volkswirtschaft auf einen dauerhaften Erholungspfad zu bringen, indem sie langfristige Schäden am Arbeitsmarkt minimiert, schwache Bevölkerungsgruppen schützt und die Existenz lebensfähiger Unternehmen sichert. Mittelfristig sollte Deutschland seine Finanzkraft für höhere öffentliche Investitionen in den Strukturwandel und die Dekarbonisierung der Wirtschaft nutzen.

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Aktuelle Wachstumsprognosen nannte der IWF nicht. In seinem Anfang April veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hatte der IWF für 2021 und 2022 Wachstumsraten von 3,6 und 3,4 Prozent prognostiziert.

Der IWF erwartet, dass sich das Wachstum in dem Maße verstärken wird, wie Corona-Schutzimpfungen allgemein verfügbar und Lockdowns aufgehoben werden. "Frühindikatoren deuten auf eine weitere Belebung der Exporte und einen verbesserten Ausblick für den Dienstleistungssektor hin", schreibt der IWF unter Verweis die beginnende Öffnung der Wirtschaft und aufgestaute Ersparnisse. "Die Produktion wird voraussichtlich Anfang 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen."

Laut IWF sollte Deutschland die in der Corona-Krise ergriffenen Hilfsmaßnahmen nur vorsichtig und nach Maßgabe der tatsächlichen Fortschritte zurücknehmen. "Die Unterstützung für Haushalte und Unternehmen sollte so lange fortgesetzt werden, bis es klare Anzeichen für eine nachhaltige Erholung gibt", heißt es in dem Bericht.

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Öffentliche Investitionen sollten so weit wie möglich vorgezogen werden. "Staatsverschuldung bleibt tragfähig, und Bedenken über die vorübergehend höhere Verschuldung sollten ein energisches politisches Handeln nicht behindern", mahnte der IWF.

Die Regierung sollte bereit sein, das erweiterte Kurzarbeitsprogramm über 2021 hinaus zu verlängern, um die Zerstörung von Arbeitsplätzen zu begrenzen und die Inlandsnachfrage zu stützen. Arbeitnehmer sollten Hilfe bei der Arbeitssuche und der Qualifikation für neue Tätigkeiten erhalten.

Geringfügig Beschäftigte und Selbstständige müssen laut IWF weiterhin unterstützt werden, um den Einkommensrückgang zu überstehen und sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. "Da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeit haben, tragen geringfügig Beschäftigte und Selbstständige die Hauptlast der Arbeitsplatz- und Einkommensverluste während der Pandemie", merkte der IWF an. Der erweiterte Zugang zum Grundeinkommensprogramm sollte daher beibehalten werden, bis sich der Arbeitsmarkt für diese Gruppen nachhaltig erholt hat.

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Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

May 20, 2021 08:00 ET (12:00 GMT)

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