IWF senkt Wachstumsprognose für 2026 leicht


Von Hans Bentzien

DOW JONES--Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr aufgrund des Kriegs im Nahmen Osten gesenkt. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorgeht, rechnet der IWF für 2026 in seinem Referenzszenario mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,1 (Januar-Prognose: 3,3) Prozent und prognostiziert für 2027 weiterhin 3,2 Prozent Wachstum. Ohne den Iran-Krieg hätte der IWF seine Prognose für 2026 auf 3,4 Prozent angehoben. Für die aktuellen Prognosen überwiegen die Abwärtsrisiken.

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"Wieder einmal droht die Weltwirtschaft aus der Bahn geworfen zu werden - dieses Mal vom Ausbruch des Krieges im Nahen Osten Ende Februar 2026", schreibt der IWF. Im vergangenen Jahr sei der Gegenwind durch höhere Handelsbarrieren und erhöhte Unsicherheit durch den Rückenwind aus technologiebezogenen Investitionen, akkommodierenden Finanzierungsbedingungen (einschließlich eines schwächeren US-Dollars) sowie fiskal- und geldpolitischer Unterstützung ausgeglichen worden. "Der Nahostkonflikt stellt durch seine Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte, die Inflationserwartungen und die Finanzierungsbedingungen eine erhebliche Gegenkraft zu diesem Rückenwind dar", konstatiert der IWF.

Sein Referenzszenario beruht auf der Annahme, dass der Konflikt "noch einige Wochen" andauern und dann einer langsamen Erholung weichen wird. Der Ölpreis wird demnach 2026 gegenüber der Januar-Prognose um 19 Prozent steigen. Für den Spot-Preis-Index von Öl werden 82 US-Dollar prognostiziert. Den effektiven US-Zollsatz setzt der IWF mit 13,5 (18,5) Prozent an.

Es wird erwartet, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis Ende 2027 auf 3,1 (derzeit: 3,50 bis 3,75) Prozent senken wird. Für die Europäische Zentralbank (EZB) werden dagegen zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr prognostiziert (derzeit: 2,00 Prozent) und für die Bank of Japan eine Anhebung in Richtung eines als neutral angenommenen Niveaus von 1,50 (0,75) Prozent.

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Das US-BIP soll im Referenzszenario in den beiden Jahren um 2,3 (2,4) und 2,1 (2,0) Prozent steigen, Chinas um 4,4 (4,5) und 4,0 (4,0), Japans um 0,7 (0,7) und 0,6 (0,6) Prozent und das des Euroraums um 1,1 (1,3) und 1,2 (1,4) Prozent.

Für Deutschland prognostiziert der IWF BIP-Anstiege von 0,8 (1,1) und 1,2 (1,5) Prozent, für Frankreich 0,9 (1,0) und 0,9 (1,2) Prozent, für Italien 0,5 (0,7) und 0,5 (0,7) Prozent und für Spanien 2,1 (2,3) und 1,8 (1,9) Prozent.

In einem Risikoszenario unterstellt der IWF einen Ölpreisanstieg gegenüber der Januar-Prognose um 80 Prozent und einen Spotpreis-Index von 100 Dollar sowie ein Wachstum von 2,5 Prozent. Das schlimmste Szenario sieht einen Ölpreisanstieg um 100 Prozent, einen Spotpreis von 110 Dollar 2026 und 125 Dollar 2027 sowie nur 1,8 Prozent Wachstum 2026 vor. Das käme einer globalen Rezession nahe, was seit 1980 erst vier Mal passiert ist.

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Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/sha

(END) Dow Jones Newswires

April 14, 2026 09:00 ET (13:00 GMT)

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