Junge Investoren in Südkorea

Aktienkaufen als Hobby: Zwölfjähriger aus Südkorea will nach 43%-Depotperformance neuer Warren Buffett werden


Aktienkaufen als Hobby: Zwölfjähriger aus Südkorea will nach 43%-Depotperformance neuer Warren Buffett werden

Investmentlegende Warren Buffett bekommt Konkurrenz aus Südkorea: Dort hat sich ein Zwölfjähriger seit einem Jahr der Börse verschrieben - mit überraschendem Erfolg.

• Zwölfjähriger aus Südkorea am Aktienmarkt erfolgreich
• Minderjährige Investoren keine Ausnahme im Südkorea
• Alternative zu schwachem Jobmarkt

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Seit rund zehn Monaten hat Kwon Joon ein Aktiendepot. Was als Hobby begann, ist inzwischen ein durchaus erfolgreiches Geschäft geworden.

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Zwölfjähriger mit langem Investitionshorizont

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat der zwölfjährige Südkoreaner die Wirtschaftsnachrichten im Fernsehen verfolgt, während ein Experte von einer "einmaligen Gelegenheit" am Aktienmarkt sprach. Er habe daraufhin seine Mutter gedrängt, ein Depotkonto mit Starteinlagen von 25 Millionen Won (umgerechnet 22.400 US-Dollar) zu eröffnen - just zu dem Zeitpunkt, als der Leitindex KOSPI sich vom größten Einbruch der letzten zehn Jahre zu erholen begann.

Seine Tradingstrategie ist dabei keinesfalls schnelles Kaufen und Verkaufen, sondern er sieht sich eher als langfristiger Investor - so wie sein Vorbild, Investmentlegende Warren Buffett. "Anstatt kurzfristig fokussiertes Day Trading zu betreiben, möchte ich meine Investition 10 bis 20 Jahre lang mit einer langfristigen Perspektive halten, um hoffentlich meine Rendite zu maximieren", so der Südkoreaner gegenüber Reuters.

Diese Strategie war erfolgreich, denn Kwon hat seinen Depotwert seit seinem Einstieg in den Aktienmarkt im Jahr 2020 um 43 Prozent gesteigert.

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Große Namen auf Kwons Liste

Die Schulschließungen infolge der Corona-Pandemie haben dem Zwölfjährigen viel Zeit verschafft, sich mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen.
Während der Marktkorrekturen hat der Schüler in große Unternehmensnamen investiert: Neben Südkoreas größtem Messenger-App-Betreiber Kakao Corp., standen auch der weltweit größte Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und der südkoreanische Autobauer Hyundai Motor auf seiner Einkaufsliste.

Junge Privatanleger keine Seltenheit in Südkorea

In Südkorea ist es Reuters zufolge nicht unüblich, dass Rookie-Investoren wie Kwon mit ihrem Taschengeld in Blue Chip-Aktien investieren und sich als "Value-Investoren" betätigen. Mehr als ein Drittel der Anleger, die in Südkorea 2020 mit inländischen Aktien handelten, seien Teenager oder jünger - im Jahr 2019 habe ihr Anteil noch bei rund 50 Prozent gelegen.

Eltern von solchen jungen Anlegern seien vom Bildungssystem des Landes zunehmend desillusioniert, heißt es weiter. "Ich frage mich, ob heutzutage ein Hochschulabschluss so wichtig wäre", zitiert Reuters Kwons Mutter Lee Eun-joo, die dessen Leidenschaft unterstützt. Sie selbst sei nicht überzeugt davon, dass eine gute Schulbildung ihrem Sohn später auch eine Anstellung garantiere. "Weil wir jetzt in einer anderen Welt leben, könnte es besser sein, einzigartig zu sein".

Reuters verweist vor diesem Hintergrund auf die Tatsache, dass Südkoreaner - obwohl sie als gut ausgebildet gelten - von hoher Arbeitslosigkeit betroffen sind. 27,2 Prozent der 15-29-Jährigen im Land seien arbeitslos, was auch auf die Folgen der Pandemie zurückzuführen sei. "Es gibt nicht genügend Jobs für Hochschulabsolventen, daher entscheiden sich viele dafür, ihren Karriereweg frühzeitig zu diversifizieren", sagte der Berufsforscher Min Sook-weon.

Auch Kwon will seine Börsenkarriere offenbar einem akademischen Bildungsweg vorziehen: "Anstatt gute Schulen wie die Seoul National University zu besuchen, möchte ich lieber ein großer Investor werden".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: swissmacky / Shutterstock.com, Daniel Zuchnik/WireImage

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