Kapitalmaßnahme

AMC-Aktie im Sinkflug: Ausgabe neuer Aktien sorgt für massiven Anlegerfrust


AMC-Aktie im Sinkflug: Ausgabe neuer Aktien sorgt für massiven Anlegerfrust

AMC sammelt über eine Aktienplatzierung rund 200 Millionen US-Dollar ein und will damit Schulden abbauen. Anleger reagieren entsetzt auf die Verwässerung ihrer Anteile.

Werte in diesem Artikel

• 95,25 Millionen neue Aktien für rund 200 Millionen US-Dollar platziert
• Erlös soll überwiegend zur Schuldentilgung genutzt werden
• Aktie verliert wegen Verwässerungseffekt

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Die AMC-Aktie verlor am Dienstag an der NYSE letztlich 24,82 Prozent auf 2,075 US-Dollar. Auslöser ist eine neue Kapitalmaßnahme: Die Kinokette platziert bei institutionellen Investoren 95,25 Millionen neue Stammaktien und nimmt damit brutto rund 200 Millionen US-Dollar ein. Der rechnerische Ausgabepreis von etwa 2,10 US-Dollar liegt deutlich unter dem jüngsten Börsenkurs, der vergangene Woche noch bis 2,90 US-Dollar gereicht hatte. Für die Altaktionäre bedeutet die Emission eine spürbare Verwässerung: Gemessen an den zuletzt rund 612 Millionen ausstehenden Aktien wächst die Aktienzahl um gut 15 Prozent.

Schuldentilgung als Zweck

AMC will mit dem Erlös vor allem Schulden ablösen. Konkret sollen die nachrangigen Anleihen über 125,5 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 6,125 Prozent und Fälligkeit 2027 vollständig zurückgezahlt werden, hinzu kommen Gebühren und Prämien sowie allgemeine Unternehmenszwecke. Die Platzierung läuft über Roth Capital Partners als alleinigen Platzierungsagenten und soll am 24. Juni schließen. Damit setzt AMC seine seit Jahren verfolgte Strategie fort, die hohe Verschuldung über die Ausgabe immer neuer Aktien zu senken.

Verwässerung trifft auf den Kinoaufschwung

Der Kursrutsch ist umso bemerkenswerter, als die operative Lage zuletzt überzeugte. Im Mai zählte AMC mit 25,5 Millionen Gästen den stärksten Mai seit 2019, die Aktie hat in diesem Jahr fast 77 Prozent an Wert gewonnen - der große Teil der Kursgewinne ist in den letzten vier Wochen erfolgt. Doch genau dieser Lauf bot dem Management das Fenster, um Aktien zu platzieren. Das ist das wiederkehrende Muster bei AMC: Jede Erholung wird genutzt, um die Bilanz über frisches Eigenkapital zu stützen, was die Kursgewinne der Anleger immer wieder verwässert. Allein seit Anfang 2020 ist die Aktienzahl um über 792 Millionen Stück gestiegen.

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Den unmittelbar nächsten Datenpunkt liefert der für den 24. Juni geplante Abschluss der Platzierung. Darüber hinaus wird sich an den Quartalszahlen und der weiteren Besucherentwicklung zeigen, ob der laufende Kinoaufschwung stark genug ist, um die Verwässerung zu überkompensieren. Die Wall Street bleibt skeptisch, wie ein Blick auf die heutige Kursentwicklung zeigt.

Claudia Stephan, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Elnur / Shutterstock.com, Ian Dewar Photography / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
09.08.19 AMC Entertainment A Buy B. Riley FBR
08.04.19 AMC Entertainment A Buy B. Riley FBR
22.01.19 AMC Entertainment A Neutral B. Riley FBR
11.07.18 AMC Entertainment A Outperform Imperial Capital
21.06.18 AMC Entertainment A Buy The Benchmark Company