KfW: Viele Mittelständler erwarten veränderte Nachfrage wegen Corona


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die Corona-Pandemie wird nach Ansicht von vielen Mittelständlern langfristig die Nachfrage verändern, so das Ergebnis einer Analyse der KfW Research. Danach erwartet etwa ein Drittel der 2.100 befragten kleinen und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland, dass das coronabedingt veränderte Konsumverhalten auch nach der Krise die Nachfrage nach ihren wichtigsten Produkten oder Dienstleistungen beeinflussen wird.

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"Die Corona-Krise könnte als Katalysator für Veränderungen im Mittelstand in die Geschichte eingehen. Für einen Teil des Mittelstands wird das pandemiebedingt geänderte Konsumverhalten zu einem nachhaltigen Nachfragerückgang führen. Anpassungen werden für die davon betroffenen Unternehmen wohl unumgänglich sein", erklärte die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib.

Laut der Anfang Mai durchgeführten Umfrage erwarten 17 Prozent der mittelständischen Unternehmen einen dauerhaften Nachfragerückgang. Im Handel und im verarbeitenden Gewerbe rechnet sogar rund jedes fünfte KMU mit einem dauerhaften Nachfragerückgang. Im Baugewerbe zeigten sich die Unternehmen jedoch optimistischer, denn lediglich rund 9 Prozent gehen hier laut KfW von einer nachlassenden Nachfrage aus.

Vor allem solche Unternehmen blicken eher pessimistisch in die Zukunft, die von den Corona-Beschränkungen aktuell besonders stark betroffen sind, so die KfW. Mehr als die Hälfte von ihnen erwarte einen dauerhaften Nachfragerückgang. Bei Unternehmen, die nur gering oder gar nicht von den Einschränkungen betroffen seien, liege dieser Anteil nur bei 4 Prozent.

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Die Umfrage fand allerdings auch positive Einschätzungen unter den befragten Mittelständlern. Danach erwarten rund 14 Prozent der Unternehmen, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen nach der Krise stärker gefragt sein würden als davor. Selbst unter den Unternehmen, die sich durch die coronabedingten Einschränkung in ihrer Existenz bedroht sehen, gehen laut KfW rund 8 Prozent von einer steigenden Nachfrage nach der Corona-Pandemie aus. Rund vier von zehn Mittelständlern erwarten demnach, dass sich die Nachfrage nach ihren Produkten wieder auf dem Vorkrisenniveau einpendeln wird, ein knappes Drittel erwartet keine Veränderungen.

KfW-Chefsvolkswirtin Köhler-Geib fordert, dass der teils schwierige Transformationsprozess des Mittelstands mit geeigneten Fördermaßnahmen und Qualifikationsangeboten für die Beschäftigten begleiten werden sollte. "Gelingt dies, dürfte der Mittelstand als Ganzes gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Dies gilt umso mehr, als das zahlreiche KMU von dem geänderten Konsumverhalten auch profitieren werden und künftig einer stärkeren Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen gegenüberstehen", sagte Köhler-Geib.

DJG/aat/apo

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