Snowflake-Aktie schießt nach starken Zahlen und höherer Prognose zweistellig nach oben
Der Umsatz von Snowflake wächst im zweiten Quartal um 35 Prozent, die Jahresprognose wird kräftig angehoben – und die Aktie reagiert prompt.
Werte in diesem Artikel
- Snowflake-Umsatz wächst im zweiten Quartal um 35 Prozent
- Umsatzprognose fürs Geschäftsjahr angehoben
- Snowflake-Aktie reagiert
Snowflake veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 31. Juli endete, und übertrifft die eigenen Erwartungen deutlich. Der Umsatz klettert um 35 Prozent auf 1,55 Milliarden US-Dollar, das Produktgeschäft, Snowflakes zentrale Erlösquelle, wächst sogar um 37 Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar. Der Markt reagiert prompt und eindeutig: Die Aktie schoss an der NYSE letztlich um 16,56 Prozent auf 356,48 US-Dollar nach oben, nachdem Snowflake zugleich die Jahresprognose kräftig anhebt.
Snowflake-Aktie weit im Plus: Beschleunigtes Wachstum das dritte Quartal in Folge
Für Snowflake ist es bereits das dritte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung beim Produktumsatzwachstum. Die Kundenbindung bleibt mit einer Nettoumsatzbindungsrate von 126 Prozent hoch, während die vertraglich gesicherten künftigen Erlöse um 30 Prozent auf 9,00 Milliarden US-Dollar steigen. Die Zahl der Großkunden mit mehr als einer Million US-Dollar Produktumsatz auf Zwölfmonatsbasis wächst um 27 Prozent auf 828, unter den Kunden aus der Forbes Global 2000 kommen netto 14 neu hinzu, insgesamt sind es nun 829, während Snowflake insgesamt 692 Nettoneukunden gewinnt, ein Plus von 32 Prozent. Finanzchef Brian Robins verweist darauf, dass Snowflake die Wachstumsbeschleunigung mit einer Ausweitung der operativen Marge verbindet, weshalb die Jahresprognose für das Produktumsatzwachstum auf 36 Prozent angehoben wird.
CoCo und CoWork treiben die KI-Nachfrage
Der stärkste Wachstumstreiber bleibt die KI-Sparte rund um die Werkzeuge CoCo und CoWork. CoCo, Snowflakes KI-Programmierassistent, kommt im Schnitt der vier letzten Wochen des Quartals auf mehr als 9.100 Konten, davon über 2.000 neu im Quartal, während CoWork auf 5.800 Konten zulegt. Vorstandschef Sridhar Ramaswamy spricht von einem "Schwungrad-Effekt im gesamten Geschäft" durch KI. Im ersten Halbjahr bringt Snowflake mehr als 330 neue Produktfunktionen zur Marktreife, ein Plus von 35 Prozent, zuletzt ergänzt um Cortex Sense und das Cortex AI Gateway samt der Integration von Natoma. Kunden wie 1Password und Indeed setzen laut der Mitteilung auf die Plattform, und der Auftragsdatenspezialist Sayari senkt die Kosten um mehr als die Hälfte und beschleunigt mit CoCo die Migration von 12 Milliarden Datensätzen.
Ausblick: Prognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben
Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres rechnet Snowflake mit einem Produktumsatz zwischen 1,588 und 1,593 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer non-GAAP-operativen Marge von 15,5 Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 hebt Snowflake die Prognose für den Produktumsatz von zuvor 5,84 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 31 Prozent Wachstum auf nun 6,07 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 36 Prozent Wachstum an. Auch bei der Profitabilität schraubt der Konzern die Ziele nach oben: Die non-GAAP-operative Marge soll im Geschäftsjahr auf 14,5 Prozent steigen statt der zuvor avisierten 13,5 Prozent, während die bereinigte freie Cashflow-Marge bei 23,0 Prozent und die non-GAAP-Produktrohmarge bei 74,0 Prozent liegen soll.
Ob sich das beschleunigte Wachstum und die KI-Dynamik von CoCo und CoWork tatsächlich bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 durchhalten, zeigt sich frühestens mit dem Bericht zum dritten Quartal, der laut der eigenen Prognose bereits mit deutlich höheren Erwartungen antritt.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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