KI-Rausch in Tokio

75-Milliarden-Euro-Wette zündet: SoftBank-Aktie markiert neues Rekordhoch


75-Milliarden-Euro-Wette zündet: SoftBank-Aktie markiert neues Rekordhoch

Die Ankündigung von Milliarden für Frankreich schickt die SoftBank-Aktie auf ein neues Allzeithoch. Doch hinter dem Rekord steckt mehr als ein einziger Katalysator.

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• SoftBank plant bis zu 75 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren in Frankreich
• OpenAI- und Arm-Beteiligungen bleiben zentrale Werttreiber
• Aktie mit neuem Rekord

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Die SoftBank Group-Aktie kletterte am Montag an der Tokioter Börse um 14,02 Prozent auf 8.541 Yen und gehörte damit zu den stärksten Werten im Gesamtmarkt. Im Handelsverlauf war es sogar noch deutlicher nach oben gegangen: Bei 8.626 JPY markierte der Anteilsschein den höchsten Stand aller Zeiten.

SoftBank überholt Toyota als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Japans

SoftBank hat damit Toyota Motors als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Japans überholt. Der kräftige Anstieg schob den Börsenwert des Konzerns erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten über den von Toyota.

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Der anhaltende KI-Boom hat die Papiere von Softbank in diesem Jahr um über 90 Prozent nach oben getrieben und den Marktwert auf über 48 Billionen Yen (rund 258 Mrd Euro) gesteigert. Die Aktie von Toyota kommt hingegen nur auf rund 46 Billionen Yen und hat seit Jahresbeginn mehr als 10 Prozent eingebüßt. Japans Speicherchiphersteller Kioxia Holdings liegt mit einer Marktkapitalisierung von rund 40 Billionen Yen auf Platz drei.

SoftBank habe die eigenen Ressourcen auf KI-bezogene Geschäftsbereiche konzentriert und von der weltweiten Technologie-Hausse profitiert, sagte Tomo Kinoshita, globaler Marktstratege bei Invesco Asset Management Japan. "Toyota hingegen wurde von den steigenden Ölpreisen infolge des Iran-Konflikts getroffen, die die Betriebskosten für Fahrzeuge in die Höhe treiben und die weltweite Nachfrage nach Autos belasten."

Kapitalzusage treibt den Kurs

Auslöser des jüngsten Sprungs ist eine massive Kapitalzusage: SoftBank hatte am Wochenende angekündigt, in Frankreich bis zu 75 Milliarden Euro in den Aufbau von insgesamt 5 Gigawatt KI-Rechenzentrumskapazität zu investieren. Die erste Phase sieht eine Anfangsinvestition von 45 Milliarden Euro vor und zielt auf 3,1 Gigawatt Kapazität in der Region Hauts-de-France bis 2031. Geplante Standorte sind Dünkirchen, Bosquel und Bouchain. Laut Dow Jones handelt es sich um das bislang größte KI-Infrastrukturprojekt von SoftBank in Europa.

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Arm und OpenAI als Bewertungstreiber

Der Frankreich-Deal ist Aufhänger, aber nicht der einzige Grund für die Rally. Der Markt spielt bei dem japanischen Unternehmensriesen derzeit vor allem zwei Karten: OpenAI und Arm. Der Konzern hält rund 13 Prozent an OpenAI, der Einsatz wird auf 65 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die anstehende Börsennotierung von OpenAI im Herbst 2026 befeuert die Fantasie zusätzlich. Die Investitionsgewinne aus der OpenAI-Beteiligung summierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 45 Milliarden US-Dollar. Arm, an dem SoftBank rund 90 Prozent hält, liefert durch den Boom bei KI-Servern einen direkten Beitrag zum Nettoinventarwert des Konzerns.

Hohe Bewertung birgt auch Risiken für Anleger

Der innere Wert aller SoftBank-Beteiligungen kletterte zuletzt auf die Rekordsumme von 47,7 Billionen Yen. Weil Anleger dem Konzern inzwischen deutlich mehr zutrauen als noch vor einem Jahr, schrumpfte der typische Abschlag des Aktienkurses auf diesen Gesamtwert von 50 auf nur noch 17 Prozent. Das ist der eigentliche Treiber der aktuellen Neubewertung.

Im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat die SoftBank-Aktie bereits um mehr als 94 Prozent zugelegt - Neueinsteiger kaufen also zu einem stolzen Preis. Das bringt Risiken mit sich: Das Großprojekt in Frankreich ist auf fünf Jahre ausgelegt und rechnet sich nur, wenn der weltweite KI-Boom dauerhaft anhält. Zudem gilt die langfristige Bereitstellung der enormen benötigten Strommengen in Europa als logistische Herausforderung. Nicht zuletzt hängt ein großer Teil der aktuellen Kursfantasie am geplanten OpenAI-Börsengang, dessen genauer Zeitpunkt und Bedingungen nach wie vor offen sind.

Der nächste Bewertungsanker dürfte am 11. August 2026 erfolgen, wenn SoftBank die Quartalszahlen vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob der operative Fortschritt beim Ausbau des KI-Geschäfts mit der Kursphantasie Schritt hält.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: winhorse/iStock, TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images

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