SoftBank-Aktie fester: OpenAI-Anteil soll für Milliardenkredit genutzt werden - Was die Banken jetzt fordern
Beim zweiten Anlauf für einen Milliardenkredit, der mit OpenAI-Aktien besichert sein, muss SoftBank den Banken offenbar Zugeständnisse machen, die den Charakter des gesamten Deals verändern.
Werte in diesem Artikel
- SoftBank verhandelt erneut über einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar
- Als Sicherheit dient der OpenAI-Anteil, ergänzt um eine Garantie von SoftBank
- Zum Konsortium zählen laut Reuters Goldman Sachs, JPMorgan und Mizuho
SoftBank unternimmt bei dem Versuch, sich frisches Geld zu beschaffen, einen zweiten Anlauf. Der japanische Technologieinvestor verhandelt einem Bericht von Reuters zufolge erneut mit einem Bankenkonsortium über einen Kredit über 10 Milliarden US-Dollar, der durch die Beteiligung am ChatGPT-Entwickler OpenAI besichert sein soll. Entscheidend ist diesmal jedoch nicht die Summe, sondern ein Zugeständnis, das der japanische Konzern offenbar an die Geldgeber machen muss: SoftBank bietet nun eine eigene Rückzahlungsgarantie an und verschiebt den Kredit damit von einer reinen Wette auf den Wert der Beteiligung am momentan noch nicht börsennotierten KI-Konzern hin zu einer Wette auf die eigene Zahlungskraft.
Das Zugeständnis, das den Deal wiederbelebt
Ursprünglich sollte der Kredit allein durch den OpenAI-Anteil gedeckt sein. Bei dieser Struktur hätten die Banken bei einem Wertverfall der Sicherheit keinen Zugriff über die verpfändeten Aktien hinaus gehabt, und SoftBank wäre zur Rückzahlung nicht verpflichtet gewesen, wie Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Dagegen machten die Kreditgeber Front. Die jetzt angebotene Garantie dreht das Risiko um: Die Banken erhalten ein Rückgriffsrecht auf SoftBank selbst, falls der Wert der OpenAI-Aktien nicht reicht. Nachdem der Konzern die Zielsumme zwischenzeitlich auf rund 6 Milliarden US-Dollar gesenkt hatte, wie Bloomberg zuvor berichtete, liegen mit der Garantie nun wieder die vollen 10 Milliarden US-Dollar auf dem Tisch.
Warum die Banken bei privaten Anteilen zögern
Zum Konsortium, mit dem SoftBank verhandelt, zählen laut Reuters Goldman Sachs, JPMorgan Chase und die Mizuho Financial Group. Ihre bisherige Zurückhaltung hat einen strukturellen Grund: OpenAI besitzt zwar IPO-Ambitionen, ist jedoch momentan noch nicht börsennotiert und hat auch noch kein Datum für einen Börsengang bekanntgegeben. Die Anteile lassen sich daher schwerer bewerten und im Ernstfall schwerer verkaufen als börsengehandelte Papiere. Der Kontrast zeigt sich an einem früheren SoftBank-Kredit: Die Finanzierung gegen den Anteil an der Chipdesign-Tochter Arm war durch die Aktien eines börsennotierten Unternehmens gedeckt, leicht zu bewerten und notfalls zu liquidieren. Beim OpenAI-Paket fehlt genau diese Verlässlichkeit.
Hinzu kommt, dass die OpenAI-Aktien als Sicherheit selbst unter Beobachtung stehen. Nach einem Bericht des Fachmagazins The Information verbrauchte OpenAI im ersten Quartal 2026 rund 3,7 Milliarden US-Dollar und damit mehr als die Hälfte seines Umsatzes von 5,7 Milliarden US-Dollar. Reuters konnte nicht klären, ob die Banken darüber hinaus konkrete Zweifel an OpenAIs Bewertung hegen.
Wofür SoftBank das Geld braucht
Der Kredit ist Teil von Sons Vorstoß, den Konzern zum dominierenden KI-Investor zu machen, ohne den OpenAI-Anteil zu verkaufen. Im Zentrum steht eine laufende Zusage: SoftBank kündigte am 27. Februar 2026 eine Folgeinvestition von 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI an, die in Tranchen zu je 10 Milliarden über den Vision Fund 2 fließt. Die zweite Tranche über 10 Milliarden US-Dollar leistete der Konzern nach eigener Mitteilung am 1. Juli 2026, finanziert über die im März vereinbarte Brückenfazilität. Eine dritte Tranche von 10 Milliarden ist für den 1. Oktober 2026 geplant und könnte sich vorziehen, falls OpenAI vorher an die Börse geht. Der Milliardenkredit gehört zu den Bausteinen, mit denen SoftBank diese Verpflichtungen und den weiteren KI-Ausbau finanziert, darunter Rechenzentren, Halbleiter und Robotik.
SoftBanks Schuldenberg wächst weiter
Unter Gründer Masayoshi Son hat SoftBank mehr als 60 Milliarden US-Dollar für OpenAI und angrenzende KI-Infrastruktur zugesagt, darunter das Rechenzentrumsprojekt Stargate. Finanziert wird der Vorstoß über Schulden. Im März 2026 sicherte sich der Konzern einen Brückenkredit von 40 Milliarden US-Dollar, der bis März 2027 fällig ist; laut SoftBank soll die Rückzahlung über bestehende Vermögenswerte und weitere Finanzierungsmaßnahmen laufen. Die Ratingagentur S&P Global senkte den Ausblick im März 2026 auf negativ und verwies auf Risiken für Liquidität und Kreditqualität. Der neue Kredit legt sich obendrauf.
Über die Konditionen war zuletzt vor allem eines bekannt: Nach früheren Bloomberg-Informationen sollte der Kredit über zwei Jahre laufen, mit der Option auf ein weiteres Jahr, und mit rund 425 Basispunkten über dem Referenzzins SOFR verzinst werden, was damals etwa 7,9 Prozent entsprach. Diese Angaben stammen aus der Phase vor dem Rückgriffsrecht. Mit der Garantie sinkt das Risiko der Banken, was den Preis der Finanzierung durchaus verschieben kann.
Die SoftBank-Aktie reagierte auf den Bericht am Donnerstag freundlich und gewann in Japan letztlich 3,25 Prozent auf 6.195 Yen.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images
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