Konjukturverschlechterung

DIW: BIP bricht im zweiten Quartal um mehr als 10 Prozent ein


DIW: BIP bricht im zweiten Quartal um mehr als 10 Prozent ein

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht für das zweite Quartal eine drastische Konjukturverschlechterung.

"Angesichts der bis in den Mai verordneten Lockdown-Maßnahmen dürfte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um mehr als 10 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr einbrechen", erklärte das Institut zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das DIW-Konjunkturbarometer falle im Mai auf einen neuen Tiefststand von 20 Punkten - im April habe der Wert für das zweite Quartal noch bei knapp 37 Punkten gelegen.

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Im Zuge der teilweisen Lockerungen nehme die Wirtschaft zwar wohl wieder etwas Fahrt auf, was auch die jüngste Aufhellung der Geschäftserwartungen der Unternehmen zeige. "Der Einbruch ist aber drastisch, und eine vollständige Erholung wird sehr lange auf sich warten lassen", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Das Auslandsgeschäft dürfte angesichts der weltweit verheerenden Folgen der Corona-Pandemie wegbrechen und die Nachfrage vor allem nach Investitionsgütern schwach bleiben. "Das trifft die stark auf solche Güter ausgerichtete deutsche Volkswirtschaft in besonderem Maße", konstatierte er.

Die Maßnahmen würden nur allmählich zurückgenommen, und vielerorts blieben die Kapazitäten beschränkt, um den Hygieneanforderungen zu genügen. Zudem änderten die Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Verhalten, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. "Dass Betriebe und Dienstleister Stück für Stück zum Normalbetrieb zurückkehren, ist das eine - dass Produkte und Dienstleistungen aber wieder so nachgefragt sind wie vor Ausbruch der Pandemie, ist etwas ganz anderes", meinte Deutschland-Experte Simon Junker. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher seien verunsichert, und die Exportwirtschaft dürfte unter der in vielen Ländern deutlich steigenden Arbeitslosigkeit leiden.

DJG/ank/brb

BERLIN (Dow Jones)

Bildquellen: Claudio Divizia/Fotolia

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