Kursentwicklung im Blick

Bessere Performance als die Berkshire Hathaway-Aktie: Warren Buffetts Großneffe schlägt den Starinvestor


Bessere Performance als die Berkshire Hathaway-Aktie: Warren Buffetts Großneffe schlägt den Starinvestor

Berkshire Hathaway gehört zu den bekanntesten Investmentgesellschaften der Welt. Doch Berkshire-Chef Warren Buffett bekommt Konkurrenz aus der eigenen Familie: Das Unternehmen seines Großneffen lief 2021 an der Börse bislang besser als das Investmentvehikel des Orakels von Omaha.

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• Berkshire Hathaway mit jahrzehntelanger Erfolgsgeschichte
• Buffett-Großneffe schlägt Warren Buffett nach Kursperformance
• Zwischen den Börsenbewertungen liegen Welten

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Warren Buffett und Charlie Munger gelten als Investmentlegenden. Die beiden Investoren haben die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Dabei setzen die Investoren im Kern darauf, in unterbewertete Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmal und Zukunftspotenzial zu investieren und die Beteiligungen langfristig zu halten.

Investmenttaktik zeitweise sehr erfolgreich

In der Vergangenheit sind Buffett und Munger mit dieser Taktik gut gefahren, mussten aber auch immer wieder Korrekturen ihres Investitionsverhaltens vornehmen. Insbesondere Buffetts langwierige Abneigung gegen Techtitel hat die Gesellschaft angesichts einer starken Performance von Wachstumstiteln in den vergangenen Jahren viel Rendite gekostet. Zwar ist der iPhone-Hersteller Apple seit einigen Jahren die größte Position im Depot von Berkshire Hathaway und trägt zu einem großen Teil zur starken Performance des Gesamtkonzerns bei, Kritiker werfen Buffett & Co. aber immer wieder vor, er habe das Potenzial des Techriesen zu spät erkannt und daher auf viel Performance verzichtet.

Buffett-Kritiker werden lauter

Weitere Kritikpunkte vieler Aktionäre waren in der Vergangenheit immer wieder die enorm hohen Cashreserven des Unternehmens. Im zweiten Quartal saß die Investmentgesellschaft auf einem Geldberg in Höhe von rund 144 Milliarden US-Dollar - und das, obwohl die Barbestände verglichen zum Quartal zuvor bereits deutlich gesunken waren. Der Grund für die enorm hohen Cashreserven von Berkshire Hathaway ist vorrangig in fehlenden lohnenswerten Investmentzielen zu suchen. Auf einen großen Deal von Starinvestor Buffett warten Anleger und Beobachter seit geraumer Zeit, die hohen Bewertungen am Finanzmarkt machen es schwer, Übernahme- oder Beteiligungsziele zu finden, die den Vorgaben von Buffetts Value Investing-Strategie entsprechen.

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Das Dilemma wurde insbesondere in dem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 deutlich, als der neue Stern am Investorenhimmel, Cathie Wood, Buffett & Co. den Rang ablaufen konnte.

Zuletzt lief es allerdings wieder besser bei Berkshire Hathaway: Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis um rund 21 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Das zeigte sich auch in der Kursentwicklung der Berkshire Hathaway-Aktie, die besser performte als der breite Markt.

Konkurrenz schläft nicht

Doch obwohl Berkshire Hathaway-Titel im bisherigen Jahresverlauf ein Kursplus von 19,73 Prozent einfahren konnten und damit besser liefen als der S&P 500, der seit Januar 16 Prozent zulegen konnte, wird diese Kursperformance vom Unternehmen eines Buffett-Familienmitgliedes in den Schatten gestellt.

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Boston Omaha, eine Investmentgesellschaft, die ebenso wie Berkshire Hathaway in vielen Sektoren investiert ist und unter anderem Anteile von Unternehmen aus der Telekommunikations-, Immobilien- und Versicherungsbranche hält, ist ebenfalls börsennotiert und hat 2021 kräftig zugelegt. 40,9 Prozent beträgt das Kursplus seit Januar (Schlusskurs vom 29.09.).

Geleitet wird das Unternehmen von Adam Kenneth Peterson und Alexander Buffett Rozek - letzterer ist der Großneffe von Starinvestor Warren Buffett. Seit Februar 2015 leitet Rozek als Co-CEO die Geschicke von Boston Omaha und hat sich dabei seinen berühmten Verwandten zum Vorbild genommen und imitiert das Geschäftsmodell von Berkshire: Auf der Website des Unternehmens hieß es, man habe das Ziel, "den inneren Wert pro Aktie zu einem attraktiven Kurs zu steigern".
Im zweiten Quartal fuhr Boston Omaha mit dieser Strategie einen Vorsteuergewinn von 11,4 Millionen US-Dollar ein - vor Jahresfrist hatten noch 3,4 Millionen US-Dollar Gewinn in den Büchern gestanden. Unter dem Strich stieg der Gewinn von 3,4 auf 8,6 Millionen US-Dollar.

Der Schüler hat den Meister also geschlagen - zumindest beim Gewinnwachstum und bei der Aktienkursentwicklung. Dennoch hat Rozek noch einen weiten Weg vor sich, denn sein Großonkel kann auf eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Auch in Sachen Börsenwert liegen noch Welten zwischen den beiden Investmentgesellschaften: Während Boston Omaha am Markt rund 1,2 Milliarden US-Dollar wert ist, kommt das Unternehmen von Warren Buffett auf 626,5 Milliarden US-Dollar Market-Cap.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Photo by Alex Wong/Getty Images, Andy-Kropa/AP

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