Bayer-Aktie auf Monatshoch trotz juristischer Unklarheiten in den USA
Die Bayer-Aktie hat ihre Verluste im laufenden Jahr aufgeholt und profitiert von Hoffnungen auf ein positives Urteil des US Supreme Court im Durnell-Verfahren.
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Die Aktien von Bayer sind am Mittwoch auf den höchsten Stand des Monats geklettert. Damit drehten sie auch für 2026 wieder leicht ins Plus. Letztlich gewannen sie via XETRA noch 4,8 Prozent bei 37,74 Euro. Damit haben sie ihre zwischenzeitlichen Verluste 2026 wieder vollständig egalisiert. Die Anleger setzen offenbar auf eine günstige Entscheidung des obersten US-Gerichts im Durnell-Fall, die Signalwirkung für viele weitere Glyphosat-Rechtstreitigkeiten hätte.
Dabei ist die juristische Ausgangslage insgesamt augenblicklich wieder besonders unübersichtlich. Denn neben der Einzelfall-Entscheidung mit Grundsatzcharakter muss die US-Justiz augenblicklich auch ein Urteil über den Glyphosat-Vergleich der Leverkusener fällen. Und hier ist momentan bisher nicht einmal klar, welches Gericht dafür zuständig ist - ein Gremium im Staat Missouri oder aber ein Bundesgericht in Nordkalifornien. Dass dort ein Richter sitzt, der schon einmal eine für Bayer negative Vergleichsbewertung getroffen hatte, macht die Lage noch komplizierter.
UBS mit neuem Negativszenario
Die Schweizer Großbank UBS hat für den von Bayer angestrebten Glyphosat-Vergleich ein "Worst-Case"-Szenario mit einem Kursziel von 28 Euro entworfen. Damit würde die zuletzt stabilisierte Aktie des Agrarchemie- und Pharmakonzerns um gut ein Viertel ihres Werts auf ein Tief seit Mitte November abrutschen.
Dieses Szenario droht laut Analyst Matthew Weston, wenn die Zuständigkeit für den Vergleich am Ende bei Bundesrichter Vince Chhabria in Kalifornien landet und gleichzeitig der Supreme Court im separaten Durnell-Fall zu einem negativen Urteil kommt. Selbst wenn Bayer in Washington gewinne, müsste der Konzern die noch anhängigen Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weiterhin durch einen Vergleich beilegen, betonte der Experte in seiner am Mittwoch vorliegenden Einschätzung.
Weston verwies auf das Hickhack um den Ort für die Verhandlung dieses Vergleichs. Nachdem eine Minderheit der Klägeranwälte einen Antrag auf die Verweisung von einem Bezirksgericht in St. Louis an ein Bundesgericht gestellt habe, müsse Bundesrichter Henry Autrey entscheiden, ob der Vergleich an das Gericht von Missouri zurückverwiesen oder die Verlegung in die Bundesgerichtsbarkeit bestätigt werde - beide Ausgänge gälten unter Experten als ähnlich wahrscheinlich. In letzterem Falle zeichne sich ab, dass ein spezielles Bundesrichtergremium den Fall an Chhabria weiterleiten werde, was angesichts früherer Aussagen von Chhabria einen möglichen Vergleich erschweren würde.
Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Votums des Supreme Court im Durnell-Fall beziffern Experten laut Weston auf rund 70 Prozent. Für dessen Entscheidungsfindung gebe es keinen Zeitplan. Erfahrungswerte sprächen indes für ein Urteil gegen Ende Juni.
Die Aktienanalysten tun sich insgesamt allerdings auch nach Rücksprache mit Juristen in ihrer Bewertung sehr schwer. So beschrieb Sebastian Bray von Berenberg die Wahrscheinlichkeiten für das Supreme-Court-Votum jüngst ziemlich nahe an einem Münzwurf.
Gegen Mittwochmittag gab es positive Nachrichten für Bayer aus Europa: Mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel dürfen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden. Das Europäische Parlament stimmte mehrheitlich dafür, entsprechende Züchtungen in vielen Fällen von bislang strengen EU-Gentechnikregeln auszunehmen. Bayer produziert in seiner Agrarsparte Saatgut für gentechnisch modifizierte Nutzpflanzen.
Gericht verweist Bayers Roundup-Vergleich zurück nach Missouri
Die Bayer-Tochter Monsanto muss ihren 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Sammelvergleich um den Unkrautvernichter Roundup nicht vor einem Bundesgericht in Kalifornien verhandeln. Ein Bundesrichter verwies den Fall zurück an den Missouri State Court. Bei dem Gericht sind die allermeisten Klagen zu Roundup anhängig, wie Bayer mitteilte.
Bayer hatte sich im Februar mit den großen Schadensersatzkanzleien in den USA auf einen Vergleich im Gesamtvolumen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar geeinigt, der sämtliche bisherigen und künftigen Klagen abdeckt, bei denen eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom auf den Einsatz von Roundup zurückgeführt wird. Die Zahlungen sollen über zwanzig Jahre gestreckt, der größte Teil davon soll aber in diesem Jahr gezahlt werden.
Das zuständige Gericht in Missouri hatte den Vergleich Anfang März vorläufig gebilligt, endgültig steht die Zustimmung aber noch aus. Einzelne Klägeranwälte hatten versucht, den Sammelvergleich von Missouri an ein Gericht in Kalifornien zu verlegen.
"Die Entscheidung schafft die dringend benötigte Klarheit für alle Parteien und ermöglicht, dass das Genehmigungsverfahren dort fortgesetzt werden kann", teilte Bayer mit.
Monsanto sei weiterhin überzeugt, dass der Sammelvergleich für alle Parteien fair ist und die Einwände unbegründet sind. Der Vergleich werde von Anwälten unterstützt, die Zehntausende potenzielle Kläger vertreten,
ZÜRICH/FRANKFURT (dpa-AFX) / Dow Jones Newswires
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 08.07.26 | Bayer Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | Bayer Hold | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 06.07.26 | Bayer Buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 02.07.26 | Bayer Buy | Deutsche Bank AG | |
| 26.06.26 | Bayer Kaufen | DZ BANK |
