30 Prozent Abwärtspotenzial? Experte sieht nach Börsenhype düstere Zukunft für SpaceX-Aktie
Trotz optimistischer Analystenstimmen könnte es weiteres erhebliches Rückschlagpotenzial für die SpaceX-Aktie geben - aus mehreren Gründen.
Werte in diesem Artikel
- The Motley Fool-Analyst sieht bei der SpaceX-Aktie ein Rückschlagsrisiko von 30 Prozent
- Sechs Großbanken starteten im Juli mit Kaufempfehlungen für die SpaceX-Aktie
- China und Japan meldeten im Juli Erfolge mit wiederverwendbaren Raketen
SpaceX-Aktie nach IPO abgeschlagen
Rund einen Monat nach dem größten Börsengang aller Zeiten hält ein Analyst des Anlegermagazins The Motley Fool einen Rückgang der SpaceX-Aktie um bis zu 30 Prozent bis 2028 für möglich. Am Mittwoch hatte die SpaceX-Aktie an der NASDAQ mit einem kräftigen Abschlag von 6,70 Prozent bei 115,26 US-Dollar geschlossen. Auch wenn sich vorbörslich ein leichter Erholungskurs zeigt und die Aktie 1,19 Prozent auf 116,63 US-Dollar zulegt, bleibt sie spürbar unter ihrem Rekordhoch von rund 225,64 US-Dollar, das sie in der ersten Handelswoche nach dem Börsengang am 12. Juni markiert hatte.
Die These des Motley Fool-Analysten stützt sich auf drei Beobachtungen: nachlassende Erstzeichner-Euphorie, ein verlustreiches KI-Geschäft und wachsende Konkurrenz aus Asien bei wiederverwendbaren Raketen.
Vom Hype zurück zu den Fundamentaldaten
Der erste Grund ist laut dem Fool-Autor schlicht Marktmechanik: Nach gefeierten Börsengängen weiche die Erstzeichner-Euphorie erfahrungsgemäß einer nüchternen Bewertung anhand der Fundamentaldaten, und SpaceX habe diesen Prozess mit dem Rückfall auf das Ausgabeniveau von 135 US-Dollar bereits begonnen. Zu diesem Kurs konnten die Anleger die Aktie im Juni beim NASDAQ-Börsengang zeichnen, in dessen Rahmen laut den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Emissionsunterlagen 555,6 Millionen Aktien platziert worden waren. Nach Ablauf der für Analysten der emissionsbegleitenden Banken üblichen Stillhaltefrist nahmen am 7. Juli gleich sechs Großbanken die Bewertung der Aktie auf, jede mit einer Kaufempfehlung: Morgan Stanley setzte dabei mit 300 US-Dollar das höchste Kursziel der Gruppe, Goldman Sachs blieb mit 205 US-Dollar vorsichtiger. Über alle Häuser hinweg reicht die Spanne der Kursziele inzwischen von 115 US-Dollar bis 800 US-Dollar.
Ein KI-Geschäft, das noch tief in den roten Zahlen steckt
Der zweite Kritikpunkt des Experten betrifft das KI-Geschäft, das SpaceX im Zuge des Börsengangs erstmals offenlegte. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Segment, das die im Februar 2026 übernommene KI-Tochter xAI und die Plattform X umfasst, laut den SEC-Unterlagen einen Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Das Segment rund um das Satelliteninternet Starlink kam im selben Jahr auf 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar und trägt die Verluste des KI-Geschäfts damit faktisch mit. Gegen die pessimistische Lesart spricht allerdings ein Großauftrag: Der KI-Konzern Anthropic sicherte sich im Mai 2026 Rechenkapazität auf rund 325.000 NVIDIA-Grafikprozessoren im Rahmen eines auf monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar bis Mai 2029 angelegten Vertrags, den beide Seiten allerdings schon nach einem Quartal mit einer Frist von 90 Tagen kündigen können.
Auch aus Asien wächst der Druck
Der dritte Punkt zielt auf die technologische Vormachtstellung von SpaceX bei wiederverwendbaren Trägerraketen selbst ab. Mitte Juli gelang der staatlichen China Aerospace Science and Technology Corporation nach eigenen Angaben erstmals die Bergung der ersten Stufe einer Trägerrakete des Typs Long March 10B, und zwar mit einem Netzsystem auf einem Bergungsschiff im Südchinesischen Meer statt mit Landebeinen wie bei SpaceX. Einen Tag später führte die japanische Raumfahrtbehörde JAXA einen ersten Testflug ihrer experimentellen wiederverwendbaren Rakete RV-X durch, die kontrolliert startete und wieder landete. Beide Vorhaben stehen nach Angaben der Betreiber selbst noch früh in der Entwicklung und dürften SpaceX auf Jahre hinaus nicht im laufenden Geschäft mit US-Regierungsaufträgen ablösen, zeigen aber, dass die technologische Lücke zu den Wettbewerbern kleiner wird.
Ob die Skepsis des The Motley Fool-Analysten aufgeht, dürfte sich zuerst an den kommenden Quartalszahlen von SpaceX zeigen. Wächst das KI-Segment schneller in Richtung Profitabilität, als der bisherige Verlusttrend nahelegt, dürfte das die Bewertung stützen. Bleibt die Kluft zwischen Umsatz und operativem Verlust ähnlich groß, dürfte die Diskussion über die hohe Bewertung neue Nahrung erhalten.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Kevork Djansezian/Getty Images, SpaceX
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 17.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 14.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 13.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 09.07.26 | SpaceX Buy | UBS AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG |
