Lagarde: Sehen Mischung aus positiven und negativen Nachrichten
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde nicht alleine von der Botschaft leiten lassen, dass es demnächst Impfstoffe gegen das Coronavirus geben dürfte. Vor den sicherlich positiven Nachrichten hinsichtlich der Impfstoffe habe es auch negative Nachrichten gegeben, wie die einer zweiten Pandemiewelle, sagte Lagarde bei einer Konferenz von Bloomberg. Der EZB berät am 10. Dezember über seine Geldpolitik und wird sich dabei auch auf neue makroökonomische Projektionen stützen.
Lagarde sieht nach eigenen Worten zwei Schlüsselrisiken für den Ausblick: Erstens, dass die Konsumenten die Pandemie nicht als ein einmaliges Ereignis auffassen, sondern als etwas, was von nun an immer wieder passieren kann. Zweitens, dass die Probleme in der Realwirtschaft auf den Finanzsektor übergreifen. Bisher habe der Finanzsektor die Krise nicht verstärkt, und man müsse dafür sorgen, dass das auch so bleibe, sagte die EZB-Präsidentin.
Lagarde zufolge wird die EZB ihm Rahmen der Rekalibrierung ihrer Geldpolitik im Dezember alle Instrumente in den Blick nehmen. Die essenziellen Werkzeuge seien aber das Pandemiekaufprogramm PEPP und die langfristigen Refinanzierungsgeschäfte für Banken (TLTRO). Die Pandemie werde die Wirtschaft sicherlich bis Mitte 2021 beeinflussen.
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November 17, 2020 11:38 ET (16:38 GMT)