Lagerabbau

Salzgitter-Aktie in Rot: Flaute hält an, aber Hoffnung auf 2027


Salzgitter-Aktie in Rot: Flaute hält an, aber Hoffnung auf 2027

Der Stahlkonzern Salzgitter erwartet für das kommende Jahr eine moderate Belebung der Nachfrage.

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Ein Lagerabbau in der zweiten Jahreshälfte 2026 und eine schrittweise Erholung der wichtigsten Stahlabnehmer dürften dafür sorgen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Präsentation zum Halbjahresbericht. So dürfte der Tiefpunkt 2025 erreicht worden sein, das Marktumfeld bleibe jedoch von Unsicherheit und verhaltener Nachfrage geprägt.

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Positiv sieht Salzgitter die EU-Maßnahmen zur Abschottung der europäischen Stahlindustrie gegen Billigimporte vor allem aus Asien. So sieht Salzgitter seit Ende Juni erste Effekte auf Preise und Mengen. Die EU hatte zum 1. Juli ihre Stahlimportbeschränkungen deutlich verschärft. Dabei wurden die zollfreien Quoten gekürzt und die Zölle auf sonstige Lieferungen auf 50 Prozent verdoppelt. Auch die geplante CO2-Abgabe der EU auf Importe dürfte die heimischen Stahlhersteller schützen.

Außerdem beschloss die EU, das Tempo der Verschärfung der Emissionsgrenzwerte im CO2-Handelssystem für das kommende Jahrzehnt zu drosseln - eine Reaktion auf den Druck energieintensiver Branchen angesichts steigender Kosten.

Im ersten Halbjahr steigerte Salzgitter die Rohstahlerzeugung leicht. Wie bereits bekannt sank der Umsatz etwas auf 4,6 Milliarden Euro. Bereinigt um Bewertungseffekte im Zusammenhang mit einer Umtauschanleihe konnte Salzgitter das operative Ergebnis hingegen deutlich steigern.

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Dabei profitierte das Unternehmen von einem "außerordentlich hohen Beitrag" seiner Beteiligung an dem Kupferkonzern Aurubis sowie von Verbesserungen in den Geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Handel und Technologie gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere infolge des Krieges in Nahost, belasteten jedoch die stahlnahen Aktivitäten. Positiv wirkte sich auch das laufende Effizienzprogramm aus.

Unter dem Strich verdiente Salzgitter 43,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von 88,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzern hatte bereits Mitte Juli vorläufige Zahlen vorgelegt sowie nach der Komplettübernahme des Stahlherstellers HKM seine Prognose erhöht.

Am Aktienmarkt kam der Bericht dennoch nicht gut an. Die im MDAX notierte Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als 5 Prozent, konnte ihre Verluste danach aber auf zuletzt rund 1,4 Prozent begrenzen. Das Papier hatte davor einen guten Lauf und in diesem Jahr bislang mehr als ein Viertel an Wert gewonnen. Auf 12 Monate gesehen hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

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Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan wies darauf hin, dass der operative Gewinn in der Stahlfertigung unter seiner Schätzung liege. Das sei höheren Kosten geschuldet. Zudem sei die Nettoverschuldung höher als von ihm angenommen, weil das Unternehmen entgegen seiner Erwartung Betriebskapital aufgebaut habe.

So reagiert die Aktie

Den detaillierten Quartalsbericht von Salzgitter haben Anleger am Dienstag mit Missmut aufgenommen. Moniert wurde vor allem das operative Ergebnis in der Stahlsparte, aber auch der Barmittelzufluss und der ausgewiesene Verlust des Stahlherstellers.

Zuletzt gab die Aktie im moderat schwächeren MDAX via XETRA um 2,4 Prozent auf 51,25 Euro nach und zählte damit zu den Schlusslichtern im Index der 50 mittelgroßen Werte unterhalb des DAX. Nachdem in der vergangenen Woche wichtige kurz- und mittelfristige Trendlinien unterschritten wurden, könnten charttechnisch betrachtet noch weitere Kursverluste drohen, bis hin zur stützenden 200-Tage-Linie bei aktuell rund 46,50 Euro.

Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan verwies darauf, dass Eckdaten bereits am 17. Juli bekannt gegeben und dabei auch die Prognosespanne für den operativen Jahresgewinn (Ebitda) angehoben worden war. Das deute zwar auf Aufwärtspotenzial im Vergleich zu seiner Jahresschätzung hin, doch maßgeblich sei das bessere Ergebnis von den Geschäftsbereichen Technologie und Handel getragen worden.

Der operative Gewinn der Sparte Stahlfertigung indes habe aufgrund höherer Kosten unter seiner Prognose gelegen. Zudem sei auch die Nettoverschuldung höher als von ihm angenommen, weil das Unternehmen entgegen seiner Erwartung Betriebskapital aufgebaut habe, schrieb O'Kane.

Das monierte auch Citigroup-Analst Krishan Agarwal, denn dadurch habe auch der Cashflow enttäuscht. Zudem schrieb er: "Der operative Cashflow war mit minus 18 Millionen Euro negativ, während die Investitionsausgaben von 138 Millionen Euro im ersten Quartal auf 193 Millionen Euro im zweiten anstiegen." Die Nettoverschuldung habe sich im Vergleich zum Vorquartal zudem ebenfalls erhöht.

Obendrein wies Agarwal darauf hin, dass die Stahlauslieferungen im zweiten Quartal von Salzgitter im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozent zurückgegangen seien, "während europäische Wettbewerber stabile oder steigende Absatzmengen meldeten".

SALZGITTER (dpa-AFX) / FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Lukassek / Shutterstock.com

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