London: Weniger Migranten überqueren den Ärmelkanal
LONDON (dpa-AFX) - Die Zahl der Migranten, die in kleinen Booten über den Ärmelkanal Richtung Großbritannien kommen, ist in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums in London.
Demnach kamen bis Ende Juni mehr als 11.000 Migranten auf diesem oft gefährlichen Weg ins Vereinigte Königreich - das sind 41 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Rückgang dürfte britischen Medien zufolge auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein, darunter etwa instabile Wetterbedingungen, die restriktive Migrationspolitik der Regierung oder der Zustrom von Migranten aus anderen Teilen der Welt nach Europa.
London strebt restriktivere Politik an
Die Kontrolle über die eigenen Grenzen wiederzuerlangen, galt als eines der wichtigsten Versprechen der Befürworter des Brexits. Doch erst mit dem Brexit schoss die Zahl der Überfahrten irregulärer Migranten über den Ärmelkanal in die Höhe.
Insgesamt mehr als 200.000 Menschen erreichten so die englische Küste seit 2018. Im vergangenen Jahr überquerten knapp 41.500 Migranten in kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien - die zweithöchste Zahl, die je erfasst wurde.
London versucht seit längerem, die Migration auch mit Hilfe anderer Länder einzudämmen, etwa durch ein Abkommen mit Frankreich zur Bekämpfung irregulärer Überfahrten und Schleuserbanden. Innenministerin Shabana Mahmood strebt auch vor dem Hintergrund der in Umfragen führenden Rechtspopulisten von Reform UK ein restriktiveres Asylsystem an. Zu Beginn der Woche kündigte sie Pläne an, wonach Asylbewerber künftig mehrere tausend Euro zu den Kosten für ihre Versorgung beitragen sollen, sobald sie über ein Einkommen verfügen. Unter anderem bei Menschenrechtsorganisationen sorgte das für Kritik./pba/DP/stw