MÄRKTE EUROPA/Die Luft wird dünner - Anleger sacken Gewinne ein


Werte in diesem Artikel
Aktien

1,004.00 EUR -30.80 EUR -2.98 %

11.71 EUR 0.03 EUR 0.21 %

1,489.00 EUR 30.60 EUR 2.10 %

21.20 EUR -0.10 EUR -0.47 %

2.40 EUR 0.08 EUR 3.40 %

7.78 EUR -0.03 EUR -0.41 %

61.90 EUR -0.55 EUR -0.88 %

27.88 EUR 0.20 EUR 0.72 %

2.79 EUR 0.16 EUR 6.24 %

58.62 EUR 1.89 EUR 3.33 %

4.97 EUR -0.03 EUR -0.52 %

7.82 EUR -0.01 EUR -0.10 %

2.43 EUR 0.02 EUR 0.66 %

6.90 EUR -0.01 EUR -0.12 %

1.46 EUR 0.00 EUR 0.24 %

Indizes

25,942.00 EUR -104.40 EUR -0.4 %

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem schwachen Start in den Dienstag konnten sich die europäischen Aktienmärkte im Tagesverlauf etwas erholen. "Es setzt sich immer mehr die Meinung durch, dass die Kurse zu weit gelaufen sind. Aktien stehen jetzt auf der Verkaufsliste, Gewinne werden mitgenommen", hieß es bei QC Partners. Vor allem bei den US-Technologiewerten scheint seit gestern der Weg nach oben zunächst versperrt. Übergeordnet bestimmt die Corona-Pandemie das Geschehen. Hier belastet unter anderem, dass in Kalifornien die erneute Schließung aller Restaurants, Kinos, Bars und Museen angeordnet wurde.

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Aber auch in Europa läuft es noch nicht rund. So deuten die Wirtschaftsdaten aus der Eurozone auf eine langsame Erholung der Konjunktur hin. Am Morgen hatte zunächst die nur geringe Erholung im britischen BIP enttäuscht. Zudem hat die EU-Industrieproduktion etwas geringer als erwartet zugelegt. Der ZEW-Index war zwar grob im erwarteten Rahmen ausgefallen, jedoch habe sich vor allem dessen Einschätzung der aktuellen Lage deutlich weniger verbessert als erwartet, hieß es. Der DAX verlor 0,8 Prozent auf 12.697 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,9 Prozent auf 3.321 Punkte nach unten. Zu den großen Verlierern gehörten die Technologiewerte, die um 2,6 Prozent nachgaben.

Heidelbergcement im 2Q mit Umsatz und Ergebnis über Erwartungen

Der Baustoffkonzern Heidelbergcement hat im zweiten Quartal mit Umsatz und Ergebnis die Markterwartungen übertroffen. Die Ergebnisbelastung durch die Covid-19-bedingten Umsatzrückgänge konnte zu weiten Teilen durch Kosteneinsparungen kompensiert werden. Auf Basis noch vorläufiger Zahlen lag der Umsatz bei 4,324 Milliarden Euro, am Kapitalmarkt wurde dagegen jedoch ein stärkerer Einbruch auf 3,907 Milliarden erwartet. Auch die Ertragsseite konnten die Heidelberger die Börse überzeugen, die Aktie schloss 3,1 Prozent höher.

Der Sektor der europäischen Telekomwerte legte gegen den Trend um 0,9 Prozent zu. Für die Aktien der großen britischen Telekom-Anbieter ging es nach oben, so legte die Aktie der BT Group um 4,1 Prozent zu, Vodafone gewannen 1,7 Prozent. Den Auslöser lieferte die plötzliche Kehrtwende in der Politik. So beschloss die britische Regierung überraschend, dass es Telekom-Netzanbietern künftig untersagt ist, neue Technologie von Huawei zu installieren. Überdies müssten bereits installierte Huawei-Geräte zum Betrieb des neuen 5G-Mobilfunknetzes bis spätestens 2027 entfernt werden. Führungskräfte von BT und Vodafone sagten vor einem Ausschuss des britischen Parlaments vergangene Woche, dass sie mindestens fünf Jahre bräuchten, um Huawei-Geräte ohne Störungen für die Verbraucher auszutauschen. Noch im Januar hatte die britische Regierung behauptet, man könne das Risiko von Huawei-Ausrüstung in den Mobilfunknetzen mindern.

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Schwach tendierten dagegen die Aktien aus dem Reisesektor, der 2,7 Prozent tiefer schloss. Auch wenn die Schulferien in Hessen bereits in die zweite Woche gegangen sind, ist die Zahl der Flugzeuge am Himmel über Frankfurt weiterhin gering. Es verwundert daher kaum, dass die jüngsten Zahlen von Fraport ein Minus bei den Passagieren im Juni von knapp 91 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aufwiesen. Auch wenn man die ersten Zahlen der Berichtssaison querliest, stolpert man häufig über den Passus, dass sich die gesunkenen Reisekosten im Unternehmen positiv auf die Marge ausgewirkt haben. Zahlen hat derweil Delta Air Lines in den USA vorgelegt, der Verlust überstieg dort die Erwartung des Marktes.

Hellofresh legt gute Zahlen vor

Hellofresh hat im zweiten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und bereinigtem EBITDA laut Berenberg deutlich übertroffen. Die Unternehmensprognose für 2020 sei zudem angehoben worden. Sie erscheint den Analysten auch nach der Anhebung vorsichtig für das zweite Halbjahr. Nach einem guten Lauf in der Aktie wurden Gewinne mitgenommen, sie verlor 1,7 Prozent.

Ein vergleichbares Bild auch bei der Ocado Group (minus 2,2 Prozent), der Online-Supermarkt bedient ähnliche Marktsegmente wie Hellofresh. Ocado konnte wie andere Branchenwerte einen kräftigen Anstieg beim Online-Shopping von Lebensmitteln vermelden, der Umsatz im Vereinigten Königreich stieg um 27 Prozent zum Vorjahr. Eine gute Nachricht habe der Ausblick von Ocado für sämtliche Branchenwerte: "Sie sehen nicht nur ein coronabedingtes Peak, sondern eine nachhaltige Änderung des Kaufverhaltens."

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Daneben legte Gerresheimer solide Zahlen vor. Für die Aktie ging es um 2,4 Prozent nach oben. Der Verpackungsspezialist ist gut durch das zweite Quartal gekommen. Die Aktien der Brockhaus Capital Management AG (BCM) lieferten bei ihrem Börsendebüt einen Zeichnungsgewinn. Die Aktie schloss bei 34 Euro, die Papiere kamen zu je 32 Euro. Die Beteiligungsgesellschaft sammelte im Zuge des Börsengangs 115 Millionen Euro ein. Das Unternehmen will das Geld für Zukäufe und die Umsetzung der Pipeline nutzen.

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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

stand absolut in % seit

Jahresbeginn

Euro-Stoxx-50 3.321,39 -28,61 -0,9% -11,3%

Stoxx-50 3.037,23 -22,48 -0,7% -10,8%

Stoxx-600 367,40 -3,10 -0,8% -11,7%

XETRA-DAX 12.697,36 -102,61 -0,8% -4,2%

FTSE-100 London 6.179,75 +3,56 +0,1% -18,1%

CAC-40 Paris 5.007,46 -48,77 -1,0% -16,2%

AEX Amsterdam 572,51 -6,33 -1,1% -5,3%

ATHEX-20 Athen 1.522,00 -0,05 -0,0% -33,8%

BEL-20 Bruessel 3.457,77 -20,50 -0,6% -12,6%

BUX Budapest 35.091,72 -244,14 -0,7% -23,9%

OMXH-25 Helsinki 4.056,32 +25,01 +0,6% -3,9%

ISE NAT. 30 Istanbul 133.924,93 -810,74 -0,6% -3,5%

OMXC-20 Kopenhagen 1.280,50 -18,94 -1,5% +12,7%

PSI 20 Lissabon 4.472,83 -22,73 -0,5% -14,7%

IBEX-35 Madrid 7.352,00 -74,90 -1,0% -23,0%

FTSE-MIB Mailand 19.879,75 -123,50 -0,6% -14,9%

RTS Moskau 1.216,79 -17,71 -1,4% -21,4%

OBX Oslo 739,62 +3,47 +0,5% -12,3%

PX Prag 937,84 -14,63 -1,5% -15,9%

OMXS-30 Stockholm 1.738,60 -4,13 -0,2% -1,9%

WIG-20 Warschau 1.771,70 -29,94 -1,7% -17,6%

ATX Wien 2.306,56 +4,86 +0,2% -27,1%

SMI Zuerich 10.259,50 -41,46 -0,4% -3,4%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/raz

(END) Dow Jones Newswires

July 14, 2020 12:16 ET (16:16 GMT)

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